zur Navigation springen
Neue Artikel

19. September 2017 | 21:04 Uhr

Nur ein halber Honecker

vom

svz.de von
erstellt am 29.Nov.2011 | 06:43 Uhr

Waren | Etappensieg für die holländische Van der Valk-Hotelgruppe bei der Zwangsversteigerung des Jagdgrundstücks von Erich Honecker: Das Amtsgericht Waren erteilte gestern dem Unternehmen den Zuschlag für die bekannte Immobilie - aber nur für die Hälfte, auf der auch das Jagdhaus Honeckers steht. Die Holländer hatten bei der Auktion am 21. September am meisten geboten, das 14 Hektar große Grundstück war damals auch in zwei Hälften versteigert worden. Die Entscheidung über die zweite Grundstückshälfte wurde wegen rechtlicher Probleme auf den 13. Dezember verschoben. "Dieses Grundstück ist komplett anders belastet", sagte Rechtspflegerin Kristin Kohbieter zur Begründung.

Einwände gegen Teilung des Grundstücks

Damit geht das Ringen um die Nobel-Immobilie am idyllischen Drewitzer See in eine neue Runde. Fest steht: 1998 hatte der Bremer Geschäftsmann Hans Holger Hagens den Jagdsitz von der Treuhand erworben, zusätzlich mit zahlreichen Ferienhäusern bebaut und als Jagd- und Naturparkresidenz vermarktet. Seine Firma, die Hagens Naturhotel GmbH war 2009 in Insolvenz gegangen. Größte Gläubiger waren eine Berliner Bank und die Holländer. Außerdem sind aber die Frau des Kaufmanns und der Baustoffunternehmer Eckhardt Röpcke aus Neubrandenburg per Grundschuld Gläubiger an der Immobilie. Beide versuchten schon den ersten Versteigerungstermin zu verhindern. Ihre Einwände wies das Gericht im September aber zurück. Dabei bot Van der Valk nach einem kurzen Bietergefecht 2,5 Millionen Euro für die erste Hälfte des Jagd-Grundstücks samt Honeckers Jagdhaus. Für die zweite Hälfte war Van der Valk alleiniger Bieter und bot 900 000 Euro. "Weil das Amtsgericht bestimmte Verfahrensrügen noch einmal prüfen wollte, wurde die Entscheidung damals über den endgültigen Zuschlag verschoben", erläutert Amtsgerichtsdirektor Matthias Brandt.

Jetzt erteilte die Rechtspflegerin den Zuschlag für die erste Hälfte, der aber noch nicht rechtskräftig ist. Dagegen legte der Anwalt Röpckes Beschwerde ein. Er bemängelt unter anderem, dass das Grundstück nicht im Ganzen versteigert wurde. Davon hatte sich der Unternehmer einen größeren Erlös versprochen, aus dem er als Gläubiger "auch noch etwas rausbekommen hätte". Röpcke hatte auf Anraten von Banken Hagens eine halbe Million Euro geliehen, damit dieser in Waren ein Nobel-Hotel bauen kann. Das Hotel wurde nie gebaut, dieses Grundstück auch schon zwangsversteigert.

Anwalt hat zwei Wochen Zeit

"Der Anwalt des Unternehmers hat jetzt zwei Wochen Zeit, seine Beschwerden schriftlich zu begründen", erklärt Brandt. Danach werde das Amtsgericht Stellung nehmen und sollte das nicht reichen, wäre das Landgericht Neubrandenburg die nächste Prüfinstanz. Damit brauchen die Holländer, die das Ferienobjekt bereits betreiben , weiter einen langen Atem. Sie hatten investieren wollen, das aber nur bei eigenem Grundbesitz, wie ein Sprecher der Hotelgruppe sagte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen