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24. Oktober 2017 | 06:06 Uhr

Interview : „Nur die Spitze des Eisbergs“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rasmus Buchsteiner sprach mit Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, über die neuesten Zahlen zu Behandlungsfehlern.

12 000 Verfahren wegen ärztlicher Behandlungsfehler im vergangenen Jahr. Eine besorgniserregende Bilanz?
Brysch: Diese Zahlen spiegeln nur die Spitze des Eisbergs wider. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Es sind zum Teil widersprüchliche Statistiken auf dem Markt. Wir brauchen deshalb ein Bundeszentralregister für Behandlungsfehler.
In der Statistik der Bundesärztekammer ist die Zahl der Verdachtsfälle seit Jahren nahezu konstant. Ist das für Sie eher eine beruhigende Nachricht?
Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel. Die Aussagekraft von Statistiken ist ohnehin begrenzt. Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Viele melden sich gar nicht bei den Schiedsstellen der Ärztekammern.
Die Ärzte sehen hohen Arbeitsdruck und gestiegene Patientenzahlen als Grund für Behandlungsfehler. Eine plausible Erklärung?
Für mich ist diese Begründung nicht nachvollziehbar. Alle Untersuchungen zeigen, dass dort, wo es viele Behandlungen und Operationen gibt, die Fehlerraten geringer sind. Die Formel viele Operationen gleich viele Fehler stimmt einfach nicht. Mehr Routine führt in der Regel zu hoher Qualität.

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