Nur 1:1 nach einem Grottenkick

Torwart Stefan Wächter und Torschütze Fin Bartels gratulieren sich nach dem Abpfiff beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld.
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Torwart Stefan Wächter und Torschütze Fin Bartels gratulieren sich nach dem Abpfiff beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld.

Am 22. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga verpasste es der FC Hansa, sich weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen. Gegen Arminia Bielefeld kamen die Rostocker in der heimischen DKB-Arena nicht über ein 1:1 hinaus. Dabei hatten es die Ostseestädter einem starken Stefan Wächter im Tor und einem Kunstschuss von Fin Bartels zu verdanken, dass es überhaupt zu einem Zähler reichte.

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03. März 2008, 03:35 Uhr

Eigentlich wollte sich der FC Hansa im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld Orkan "Emma" zum Vorbild nehmen und auf dem Platz einen richtigen Angriffswirbel entfachen. Allerdings brachten die Rostocker in ihrem 400. Spiel in der 1. Fußball-Bundesliga über weite Strecken nicht mehr als ein laues Lüftchen zu Stande. "Das war ein Grottenkick von uns, und der Wind hat noch ein Übriges dazugetan", fand Tim Sebastian deutliche Worte. Zunächst hatte es den Anschein, als ob die Rostocker in ihrem Jubiläumsspiel um einen weiteren Meilenstein der Vereinsgeschichte "betteln" würden - das 600. Gegentor.

Nach gut zehn Minuten geriet der Aufsteiger offensiv völlig außer Tritt. Zum Glück hatten die Ostseestädter mit Keeper Stefan Wächter einen sicheren Rückhalt im Tor. In der 17. Minute parierte der 29-Jährige sogar einen Foulstrafstoß von Artur Wich-niarek. Nach Wolfsburg und Hoffenheim (Pokal) schon der dritte gehaltene Elfmeter des Schlussmanns in dieser Saison.

Wächter schon unterwegs in die andere Ecke"Es gehört natürlich ein bisschen Glück dazu. Eigentlich hatte ich mich schon für die andere Ecke entschieden, habe aber gesehen, dass der Schütze den Anlauf abbricht. Ich bin dann noch mal zurück und auf die andere Seite", erklärte Stefan Wächter, der den Ball an den Pfosten lenkte und anschließend aufnahm.

Aber auch diese Szene taugte nicht zu einem Weckruf für den FCH. Vielmehr setzten die Arminien ihre Nadelstiche fort. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Hansa ließ vor allem im Angriff fast alles vermissen, erspielte sich nicht eine hundertprozentige Torchance.

"Wir müssen zu Hause gegen Bielefeld einfach offensiver spielen und uns mehr Möglichkeiten erarbeiten. Das war eine Riesenchance, den Abstand weiter zu vergrößern. Aber was soll ich machen, wenn ich vorne ganz alleine bin. Ich brauche einen Nebenmann, den ich einsetzen kann. Jetzt heißt es, Agali hat wieder nicht getroffen. Aber man muss auch einmal realistisch sein: Wieviele Vorlagen bzw. Chancen habe ich den bekommen?", so der Nigerianer.

Pearce: "Ich schaue nicht mehr auf das, was war"Nach dem Wechsel setzte Trainer Frank Pagelsdorf ein Zeichen und brachte den zuletzt suspendierten Heath Pearce für den schwachen Dexter Langen. Wobei dieser Wechsel einige Umstellungen zur Folge hatte. Kai Bülow übernahm den Part des rechten Verteidigers. Christian Rahn wechselte auf die rechte Seite, während Heath Pearce im linken Mittelfeld zum Einsatz kam. "Für mich war es eine große Überraschung, dass ich überhaupt zum Kader gehörte. Ich schaue nicht mehr auf das, was war, sondern nur noch nach vorn. Wichtig ist, dass Hansa in der Liga bleibt", sagte der US-Amerikaner, der für Belebung sorgte. Mittlerweile hatte auch der Wind merklich aufgefrischt und sorgte für erschwerte Bedingungen. Es löste sich sogar ein Teil der neuen Sponsorentafeln am Dach der DKB-Arena, zum Glück, ohne dass jemand zu Schaden kam. Während Rostock nun druckvoller agierte, aber nicht zwingend wirkte, verlagerten sich die Gäste aufs Kontern.

Schiedsrichter Peter Sippel verweigert ElfmeterpfiffTurbulent startete die Schlussphase. Nach einem Handspiel von Bernd Korzynietz bei einer Hereingabe von Heath Pearce verweigerte Schiedsrichter Peter Sippel den fälligen Elfmeterpfiff. Im Gegenzug gingen die Gäste durch Eigler in Führung.

"Ich habe den Ball im Tor gesehen und gedacht, das darf doch nicht wahr sein. Ich konnte das gar nicht glauben. Dann habe ich auf die Anzeigetafel geschaut und gesehen, dass es erst 17.09 Uhr ist…", erzählte Tobias Rathgeb. Hansa steckte nicht auf, warf alles nach vorn. Der ansonsten glücklose Zafer Yelen bediente Fin Bartels, der tief in die Trickkiste griff und per Fallrückzieher ausglich. "Ich bin sehr froh, dass wir noch den Ausgleich geschafft haben", so Hansa-Keeper Stefan Wächter nach dem Schlusspfiff.

Die Gäste wussten nicht so recht, ob sie sich freuen oder doch lieber fluchen sollten. Michael Frontzeck dürfte dieses 1:1 - obwohl es erst sein sechstes Pflichtspiel als Trainer von Bielefeld war - den Job gerettet haben. Nach fünf Niederlagen (einschließlich DFB-Pokal) in Folge war es für ihn der erste Punktgewinn.

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