Noch eine Baustelle

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28. September 2012, 10:04 Uhr

Bildungsminister Mathias Brodkorb fordert vom Landesheimatverband 185 000 Euro an Fördergeldern zurück. Das ist konsequent und rechtlich geboten. Zu arg hat der Verbandsgeschäftsführer in der Vergangenheit finanziell über die Stränge geschlagen. Zurück bekommt der Minister die Steuergelder dennoch nicht. Der Verband ist pleite. Mit der Rückforderung verhindert Brodkorb allerdings, dass der Landesheimatverband nach einer kurzen Verschnaufpause unverändert wieder auf die Beine kommt.

Die Ungereimtheiten beim Landesheimatverband haben Brodkorb veranlasst, endlich die gesamte Kulturförderung seiner Vorgänger unter die Lupe zu nehmen. Die ist eigentlich für Bücher, Bilder, Installationen, Vorträge, Konzerte, Theaterstücke und Tanzabende vorgesehen. Stattdessen fließt bei manchen Vereinen ziemlich viel Geld in die Gehälter der Verbandsfunktionäre und die Mieten der Büros. So weit man auch die Begriffe Kunst und Kultur fasst, beides gehört mit Sicherheit nicht dazu - auch wenn es im Einzelfall notwendig sein mag, um Kunst und Kultur unterstützen zu können. Allerdings hat das Bildungsministerium über Jahre die verschiedenen Kulturverbände in Sicherheit gewogen. Entweder haben die Beamten beide Augen zugemacht, als sie Zuschüsse gewährten, die mit Recht und Gesetz nur schwer in Einklang zu bringen waren, oder sie haben sehenden Auges mitgemacht. Verglichen mit der Schul- und der Theaterreform ist die Neuordnung der Kulturförderung eine der kleineren Baustellen Brodkorbs. Aber Baustelle bleibt Baustelle.

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