Nicht nur Geld, sondern Zeit

svz.de von
13. März 2013, 10:20 Uhr

Der Familiengipfel der Bundesregierung war tatsächlich eine PR-Inszenierung ohne greifbare Ergebnisse. Doch immerhin steht ein für Eltern gerade mit kleineren Kindern bedeutsames Thema jetzt zumindest auf der politischen Agenda: familienfreundliche Arbeitszeiten.

Mehr und mehr wird deutlich, dass die Aussicht auf staatliche Geldleistungen allein nicht dazu führt, dass sich mehr Paare in Deutschland für ein Leben mit Kindern entscheiden. Geld ist eben nicht alles. Immer wichtiger wird angesichts unserer beschleunigten Arbeitswelt der Faktor Zeit. Viele junge Frauen treibt zu Recht die Sorge um, nach der Babypause womöglich den beruflichen Anschluss zu verlieren.

Wenn Familienministerin Kristina Schröder und ihre Kollegin aus dem Arbeitsressort, Ursula von der Leyen, nun einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeitbeschäftigung fordern, ist das ein richtiger Ansatz - eine Forderung, die bis in die Opposition hinein Unterstützung findet. Doch fragt sich, warum die beiden CDU-Ministerinnen diese Idee erst jetzt aufgreifen. Diese Reform sollte nicht auf die lange Bank geschoben, sondern und noch vor der Bundestagswahl in die Tat umgesetzt werden. Darüber hinaus bleibt es wichtig, die Wirtschaft in Deutschland in die Pflicht zu nehmen, familienfreundliche Arbeitszeiten umzusetzen.

Gerade jetzt in Zeiten eines heraufziehenden Fachkräftemangels sind die Unternehmen auf qualifizierte Kräfte angewiesen. Und jeder Chef, der es da versteht, durch flexible Arbeitszeitmodelle Beschäftigte mit familiärer Verantwortung an die Firma zu binden, handelt klug.

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