zur Navigation springen

Neun von zehn Frauen wählen den Schwangerschaftsabbruch

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 09:51 Uhr

Frankfurt/Main | Bei Menschen mit Down-Syndrom ist in jeder Zelle ein Chromosom mehr vorhanden: Das Chromosom 21 tritt dreifach auf. Deshalb wird das Down-Syndrom auch Trisomie 21 genannt.

Es ist wahrscheinlich, dass es schon immer Menschen mit Down-Syndrom gegeben hat. Wegen der typischen Schrägstellung der Augen wurde das Down-Syndrom früher auch "Mongolismus" genannt. Erstmals beschrieben wurden die Merkmale von dem britischen Arzt John Langdon Haydon Down im Jahr 1866. Knapp hundert Jahre später wurden die 47 statt 46 Chromosomen pro Zelle als Ursache entdeckt. Trisomie 21 gilt als eines der verbreitetsten angeborenen Syndrome. Es tritt weltweit und bei allen ethnischen Gruppen auf. In Ländern mit ausgereifter Pränataldiagnostik gingen die Geburten mit Down-Syndrom allerdings zurück, weil Schwangere sich bei positivem Befund häufig gegen das Kind entscheiden. Die Behinderung tritt in den allermeisten Fällen völlig zufällig auf. Ursachen dafür sind nicht bekannt. Allein ein Zusammenhang zwischen dem Alter der Mutter - und in geringem Ausmaß auch des Vaters - und dem Down-Syndrom beim Kind ist bislang aufgefallen: Bei Schwangeren bis 25 Jahren liegt das Risiko noch unter 0,1 Prozent, bei 40-Jährigen bereits bei etwa einem Prozent. Etwa 700 bis 800 Kinder mit Trisomie 21 werden nach Auskunft des Deutschen Down-Syndrom-InfoCenters laut Schätzungen jährlich in Deutschland geboren. Manchmal erfahren die Eltern erst bei der Geburt vom Down-Syndrom ihres Kindes. In den meisten Fällen hingegen steht in der Schwangerschaft die Diagnose zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits fest - und die Eltern entscheiden sich bewusst für das gehandicapte Baby.

Damit sind sie allerdings in der Minderheit: "Laut einer vergleichenden Studie liegt die Abbruchrate in Deutschland bei circa 91,5 Prozent", erklärt Elzbieta Szczebak vom DS-InfoCenter. "Mit anderen Worten: neun von zehn Frauen entscheiden sich für den Abbruch ihrer Schwangerschaft bei Diagnose Down-Syndrom."

Vor der Geburt ist nicht absehbar, wie stark das Down-Syndrom ausgeprägt ist und wie die Entwicklung beeinflusst ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen