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19. August 2017 | 13:29 Uhr

Neumann verbannt 60er-Jahre-Muff

vom

Reutershagen | Das Licht ist zu grell, die Räume sind nicht einladend genug und das Gebäude nicht ausreichend in den umliegenden Park integriert. Der Leiter der Kunsthalle, Dr. Jörg-Uwe Neumann, will die Ausstellungsräume, vor allem die Sammlung im Erdgeschoss, besser in Szene setzen und mehr Besucher anlocken. "Die Sammlung unseres Hauses ist ein Schatz, der angemessen ausgestellt werden muss", sagt Neumann. Mit der Umgestaltung wurde das renommierte Büro Chez Weitz des Berliner Szenografen Detlef Weitz beauftragt. Bis September 2012 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.


Bessere Beleuchtung, neue Räume

"Es geht darum, das Besondere zu stärken", sagt Weitz. Schon der Eingangsbereich sei zu schmal, dürfte durch nichts verbaut sein. Die Garderobe bleibt, wird aber in völlig neuem Licht erscheinen. Die Tür zum Café soll weichen, alles multifunktionaler werden. Er plant, die Bibliothek aus dem Erdgeschoss ins Obergeschoss zu verlagern, um den ursprünglichen Rundgang um den Innenhof wieder zu ermöglichen. Die Decke wird optisch höher gelegt, die Beleuchtungselemente darin integriert. Momentan hängen sie einfach nur herunter. "Dieses Licht macht gleich alles tot", sagt Weitz. Wichtig ist ihm auch Flexibilität in der Wandgestaltung, "dass man Malerei und Zeichnungen gegenüberstellen kann" - dass würden die Gegebenheiten aktuell nicht ermöglichen.

"Die Hälfte der Sammlung können wir aus restauratorischen und konservatorischen Gründen nicht ausstellen", sagt Museologin Heike Heiland. Drei Fotos, 213 Objekte, 520 Gemälde, rund 1700 Handzeichnungen und 7000 verschiedene Grafiken von 1920 bis in die Gegenwart finden sich im Bestand der Kunsthalle. Mit der Umgestaltung des Gebäudes ergeben sich auch neue Möglichkeiten für eine Neugestaltung der Ausstellung. "Die Sammlung muss aktiver gezeigt werden", sagt Weitz. Sie soll nicht statisch bleiben, auch immer wieder neue Informationen und Hintergründe bieten und danach angeordnet werden. "Eine Begegnung mit Kunst soll zum völligen Selbstverständnis werden", sagt der Berliner. Er inszenierte bereits im Oktober 2010 Teile der Sammlung in der Ausstellung "Im Dialog". Seit zwei Jahren ist er schon mit Neumann im Gespräch über eine mögliche Umgestaltung. Ein Kernteam aus Architekt, Projektmanager und Grafiker wird nun die Ideen verfeinern. Ab August wird die Halle für vier bis sechs Wochen geschlossen, um die Arbeiten kompakt ausführen zu können. 100 000 Euro wird die Umgestaltung kosten. Sie werden durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Ostseesparkasse gestellt.

Stadt investiert 160 000 Euro

Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender des Vorstands der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: "Die Stadt kann sehr stolz darauf sein, was sie hier hat." Museumsdirektorin Michaela Selling zeigte sich begeistert: "Es ist für uns als Hansestadt eine Verpflichtung, in die Kunsthalle zu investieren." Ab Januar 2012 werde die Kunsthalle dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) übertragen. Der KOE wird notwendige Baumaßnahmen prüfen, bevor die Stadt dann investiert. Nach Dachsanierung und Erneuerung der Fensterfassade sollen im nächsten Jahr auch sanitäre Einrichtungen, ein behindertengerechter Zugang mit Aufzug, die Fußbodensanierung und die Erneuerung der Elektroanlage folgen. Für Letztere stehen die Kosten fest, sie werden sich auf knapp 160 000 Euro belaufen.

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erstellt am 09.Dez.2011 | 09:21 Uhr

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