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18. Oktober 2017 | 17:07 Uhr

Hintergrund : Neues Studienjahr, alte Probleme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dauerklagen über unzureichende Investitionsmittel vom Land, Fehlplanungen, Kostenexplosionen, Bauverzögerungen. In den vergangenen Jahren warfen solche Schlagzeilen immer wieder Schlaglichter auf zum Teil gravierende Defizite an Universitäten und Hochschulen in MV. Auch wenn zahlreiche, zum Teil millionenschwere Vorhaben inzwischen abgeschlossen sind, müssen Studenten teilweise noch immer mit Erschwernissen im Studienalltag leben.

So konstatiert der Rostocker Studenten-Sprecher Florian Fröhlich zwar Fortschritte in der Hansestadt. Es gebe neue Hörsäle mit verbessertem Platzangebot. „Im naturwissenschaftlichen Bereich läuft es nach den hohen Investitionen vergleichsweise gut“, sagt Fröhlich.

Problemfälle blieben aber die Philosophische Fakultät sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten im sogenannten Bebeltower. Diese sollten eigentlich einen neuen Campus bekommen, aber die Umsetzung ziehe sich immer länger hin. Die Bibliothek der Philosophischen Fakultät sei zum Großteil in Containern untergebracht.

Die vom Land bereitgestellten Gelder reichten nicht, um den über Jahrzehnte aufgelaufenen Sanierungsstau abzubauen, heißt es von der Universitätsleitung. Viele Gebäude an der mit 14 000 Studenten größten Hochschuleinrichtung des Landes entsprächen nicht den aktuellen Standards, müssten aber mangels Alternative weiter genutzt werden.

Auch von anderen Hochschulen kommen weiter Klagen über zu wenig Geld. Dem hält Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) entgegen, dass die Mittel für den Neubau mit 80 Millionen Euro im Jahr weiter hoch seien und die Zuwendungen für Sanierungsmaßnahmen um 2,5 Millionen Euro aufgestockt worden seien.

„Wir haben bei der Mittelzuweisung zudem einen Paradigmenwechsel vollzogen. Es gibt Budgets und jede Hochschuleinrichtung kann somit selbst entscheiden, wo sie die Investitionsschwerpunkte setzt.“ Ein ähnliches System sei auch für die Anschaffung wissenschaftlicher Großgeräte geplant.

Wie ein Sprecher der Universität Greifswald sagte, stehen dort für den Zeitraum von 2012 bis 2020 insgesamt 195 Millionen Euro für Bauinvestitionen zur Verfügung. Ein neues Laborgebäude sei bereits entstanden, ebenso seinen ein Hörsaalgebäude und eine Bibliothek neu gebaut worden.Für einen Campus der Geistes- und Rechtswissenschaften würden alte Klinikgebäude saniert. Andere Projekte müssten weiter aufgeschoben werden, wie der Umbau eines Gebäudekomplexes, in dem Spitzenforschung betrieben werde, trotz einer „Original-60er-Jahre“- Infrastruktur bei Strom, Wasser und Heizung.

An der Hochschule Neubrandenburg stehen zum neuen Studienjahr nach Grundinstandsetzung Foyer und Hörsäle im Hauptgebäude wieder uneingeschränkt zur Verfügung.

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