Neue Regeln für den Mann in Schwarz

Der Schornsteinfeger muss regelmäßig die Abgaswerte der Heizungsanlagen kontrollieren.Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks
Der Schornsteinfeger muss regelmäßig die Abgaswerte der Heizungsanlagen kontrollieren.Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks

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15. Januar 2010, 12:06 Uhr

Wie oft der Schornstein gefegt und die Heizungsanlage überprüft werden muss, ist seit Anfang Januar für alle Hauseigentümer in Deutschland gleich. Zu Jahresbeginn trat die Bundes-Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) in Kraft, die die bisherigen - zum Teil unterschiedlichen - Länderregelungen ablöst. Den Verbrauchern soll die neue Verordnung eine größere Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit der Dienstleistungen und Gebühren bringen.

"In der Regel bleibt die Gebühr stabil"

Zunächst bringt sie aber einen um fast 50 Prozent erhöhten Arbeitswert, auf dessen Grundlage die Gebühren berechnet werden. Er ist in den neuen Bundesländern auf 92 Cent gestiegen, in den alten Ländern - so viel Unterschied soll dann doch sein - auf 1,01 Euro. "Das heißt aber nicht, dass auf alle Hauseigentümer höhere Kosten zukommen", betont Ingo Ziola, Obermeister der Schornsteinfegerinnung MV. "In der Regel bleibt die Gebühr stabil, für einige wird es sogar preiswerter." Der Grund dafür: Wie viele Arbeitswerte für eine bestimmte Tätigkeit in Rechnung zu stellen sind, ist neu festgelegt worden. Dazu sei ermittelt worden, wie viel Zeit die einzelne Tätigkeit beansprucht. So fallen zum Beispiel als Grundgebühr für jede Begehung für Kehr- und Überprüfungsarbeiten 9,2 Arbeitswerte an - macht also 8,46 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. "Nur bei den Häusern, bei denen viele Arbeiten zu erledigen sind, kann es etwas teurer als bisher werden."

Demnächst neue Fristen für Emissionsmessung

Für ganz Deutschland wirklich einheitlich festgelegt sind die Anzahl der Kehrungen und Überprüfungen. So muss bei einer Feuerstätte, die in der Heizperiode regelmäßig benutzt wird, der Schornstein beispielsweise dreimal im Kalenderjahr gefegt werden. Eine raumluftabhängige Feuerstätte für Gas muss einmal im Jahr überprüft werden. Bei raumluftunabhängigen Anlagen und bei Brennwertgeräten ist das nur einmal in jedem zweiten Kalenderjahr erforderlich. "Bei dieser Überprüfung laut KÜO wird der Zustand der Abgaswege kontrolliert und der Kohlenmonoxid-Gehalt des Abgases gemessen", erklärt Ingo Ziola.

Zusätzlich zu dieser Abgasweg-Überprüfung gibt es eine weitere gesetzlich vorgeschriebene Messung - die Emissionsmessung nach der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV). Dabei geht es um die Frage, ob die Anlage effizient arbeitet und ob sich die Abgasverluste innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte bewegen. "Diese Messung muss bislang einmal pro Jahr vorgenommen werden", erklärt Ingo Ziola. Doch zumindest für einige Hauseigentümer, deren Heizungen noch nicht sehr alt sind, wird sich das demnächst ändern. Zu verdanken haben sie das einer Änderung der Bundes-Immissionsschutzverordnung, die zwar schon von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden, aber noch nicht in Kraft getreten ist. Danach müsse die Messung der Emissionswerte bei Öl- oder Gasfeuerungsanlagen, die zwölf Jahre oder jünger sind, nur noch einmal in drei Kalenderjahren erfolgen, erklärt Ingo Ziola. Doch diese Regelung gilt anders als in der Meldung "Neue Heizungen werden seltener kontrolliert" (Ausgabe vom 13. Januar) derzeit noch nicht. "Wir rechnen damit, dass die Verordnung Ende März oder Anfang April in Kraft tritt", sagt der Landesinnungsmeister. Bei Anlagen, die älter als zwölf Jahre sind, müssen Schornsteinfeger die Emissionsmessung dann einmal in zwei Jahren vornehmen. Neu in der künftigen BImSchV ist auch, dass diese Regeln schon für Anlagen mit einer Nennwärmeleistung ab 4 Kilowatt gelten.

Feuerstättenschau Aufgabe des Bezirksschornsteinfegers

Bei Emissionsmessung, Kehrarbeiten und Abgasweg-Überprüfung ist der Hauseigentümer seit November 2008 nicht mehr an seinen Bezirksschornsteinfeger gebunden. Er könnte die Arbeiten auch an einen zugelassenen Schornsteinfeger aus dem EU-Ausland vergeben. Dann muss der Eigentümer dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger aber nachweisen, dass die Arbeiten erfolgt sind. Dafür gibt es spezielle Formblätter, die der beauftragte Schornsteinfeger ausfüllen muss. Erst ab 2013 könnten für diese Arbeiten auch andere deutsche Schornsteinfeger-Betriebe engagiert werden. Und nach Angaben Ingo Ziolas könnten sich auch andere Handwerksmeister dafür qualifizieren.

Hoheitliche Aufgabe des jeweiligen Bezirksschornsteinfegers bleiben die Abnahme neuer oder veränderter Feuerungsanlagen, das Führen des Kehrbuches und die Feuerstättenschau. Bei der Feuerstättenschau legt er fest, welche Reinigungs- und Kontrollarbeiten in welchen Zeitabständen zu erledigen sind.

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