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14. Dezember 2017 | 05:30 Uhr

Namentlich; Zahlen, Fakten und Klischees

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erstellt am 20.Jan.2012 | 10:32 Uhr

Der häufigste Vorname der Welt ist Mohammed, im Arabischen "der Gepriesene", den Muslime außerordentlich schätzen. Aus England wurde 2010 vermeldet, dass Mohammed der beliebteste Vorname sei. In Deutschland zählt Mohammed mit Platz 254 in der Liste der Top 500 eher zu den seltenen Namen. Fachleute begründen das mit den Herkunftsländern der Muslime: Hierzulande stammt der größte Teil der islamischen Bevölkerung aus der Türkei, wo Mohammed keine herausragende Rolle spielt. Muslime in England hingegen kommen zumeist aus Bangladesh, Indien und Pakistan, wo es weit verbreitet ist, den ersten Sohn Mohammed zu nennen.

Die Umlaute ä, ö und ü tauchten 2010 im Durchschnitt in 26 von 10 000 Vornamen auf. Das ä - Käthe, Cäcelie oder Täve - kommt kaum noch vor, das ö - Jörg, Björn oder Jördis - wird seltener. Aufwärts hingegen geht es mit dem ü aus türkischen Vornamen wie Aysegül, Gül oder Süleyman.

Der längste Vorname, der bisher am namenskundlichen Zentrum der Universität Leipzig zur Beurteilung angemeldet und bestätigt wurde, hat 21 Buchstaben und neun Silben - Esenosarumensemwonken kommt aus Nigeria und bedeutet "die Bitte an Gott wurde erfüllt oder gefällt".

Zweideutige Namen, also Namen, die für Mädchen wie Jungen vergeben werden können, müssen einer Dienstanweisung für Standesbeamte zufolge um einen eindeutigen Namen ergänzt werden. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2008 darauf hingewiesen, dass diese Verwaltungsvorschrift keinen Gesetzescharakter hat. Darüber, dass aus dem Namen das Geschlecht abgeleitet werden kann, gibt es keine gesetzliche Regelung. Auf der Internetseite der beliebten Vornamen sind 120 geschlechtsneutrale Vornamen aufgelistet, darunter Nikita, Alexis, Eike, Jascha, Kay, Nicki/Nicky, Andree, Kersten, Sina, Kim, Nicola/Nikola, Gabriele, Gerrit, Tomke, Toni, Helge, Olly, Chris, Loris, Maxime, Connie/Conny, Isa, Malin, Vivien, Janne, Randy/Randi, Vivian, Carol, Renee, Winnie/Winny, Dany, Michele, Jirka, Jona, Marian, Dominique und Daniele.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, in Deutschland dürften maximal fünf Vornamen vergeben werden. Eine entsprechende Vorschrift gibt es jedoch nicht. Nur aus einem praktischen Grund wird empfohlen, sich mit Vornamen im Umfang von 28 Druckzeichen zu bescheiden. Die Software der Bundesdruckerei zur Herstellung der Personalausweise kann längere Vornamen nämlich nicht verarbeiten. Aufgefallen war das in Aschaffenburg, als Bernd Steffen Julius Valentin Edelmann einen neuen Ausweis beantragte - die vier Vornamen sind mit Leerzeichen 29 Stellen lang.

Bei der literarischen Namenswahl fordert die Berliner Autorin Jutta Miller-Waldner dazu auf, Klischees zu folgen, um Eigenschaften von Kunstfiguren zu verdeutlichen. Einige ihrer Vorurteile:

* Vornamen nicht-deutschsprachiger Herkunft mit Allerweltsnachnamen weisen oft auf Angehörige einfacherer Schichten.

* Die Namen Gisela und Else wirken unattraktiv.

* Ein einfacher Mensch trägt eher einen einsilbigen Namen, ein vielschichtiger einen mehrsilbigen.

Vielleicht ließe sich die Liste noch ergänzen: Frauen mit wenig klangvollen Doppelnamen kommen aus dem Westen und nehmen sich gern besonders wichtig.

Quelle: www.beliebte-Vornamen.de

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