Nach Überfall auf Autos polnischer Einwohner: Polizei sucht Täter

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14. Januar 2008, 05:47 Uhr

Löcknitz (dpa/mv) - Nach der Beschädigung von neun Autos polnischer Einwohner in Löcknitz (Uecker-Randow-Kreis) sucht die Polizei weiter nach den Tätern. „Es laufen Vernehmungen, es gibt aber noch keinen konkreten Tatverdacht wegen Sachbeschädigung gegen Personen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Montag. Die Umstände der Tat sprächen aber für einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Die Autos, die an ihren polnischen Kennzeichen erkennbar waren, wurden in der Nacht zum Sonntag in zwei Straßen der Kleinstadt unweit des deutsch-polnischen Grenze an der B 104 beschädigt.

So wurden Scheiben eingeschlagen und bei fünf Wagen die Kennzeichen abgerissen, zusammengerollt und auf die Autodächer gelegt. Zeugen wollen zwei junge Männer in Kapuzenshirts beim Weglaufen gesehen haben. Kurze Zeit später sei eine Gruppe von Leuten, zum Teil auch mit solchen Kapuzenshirts, in einem Garagenkomplex angetroffen worden. Man habe die Personalien aufgenommen. Der Materialschaden wird auf 8000 Euro geschätzt.

Löcknitz gilt wegen seines Sees und der Nähe zu Stettin (Szczecin) inzwischen als beliebter Wohnort auch für polnische Bürger. In der Vergangenheit hatte nach Angaben von Extremismusexperten die NPD mehrfach versucht, Ängste vor Ausländern zu schüren.

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