Splitter : Nach Aus für Bücherbus öffnete Dorf-Bibliothek

In der kleinen Bücherei finden auch Lesungen statt, die gut besucht werden.

In der kleinen Bücherei finden auch Lesungen statt, die gut besucht werden.

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25. Januar 2016, 15:37 Uhr

Als es noch mehr Jugendliche in Pingelshagen gab, da hatte der Nachwuchs mit dem Jugendclub genau die richtige Anlaufstation. „Jugendliche sind jetzt nicht mehr so viele hier“, weiß Bürgermeister Reimond Weding. Der Jugendclub hatte ausgedient, doch verwaist blieben die beiden Räume gegenüber des Gemeindehauses nicht. Die Skatfreunde legen hier ihre Karten auf den Tisch, junge Mütter lassen ihre Babys auf den Decken krabbeln und Senioren pauken Englisch. Und immer montags kommen zwischen 17 und 18 Uhr die Bücherfreunde des Ortes, um geliehenen Lesestoff abzugeben und sich neuen zu besorgen.

„Die Ausleihe kommt gut an“, freut sich Ulrich Leonhardt. Er gehört zu den 13 Ehrenamtlichen, die sich seit April 2014 darum kümmern, dass es im Dorf noch genug Lesestoff gibt. „Damals stellte der Bücherbus des Landkreises seinen Dienst ein und wir erhielten in dieser Zeit rund 400 bis 500 Bücher aus dem Nachlass eines verstorbenen Pingelshagener.“

Krimis, historische Romane, Kinder- oder Jugendbücher – mittlerweile sind die von der Gemeinde gesponserten Regale mit fast 2000 Büchern gefüllt. Buch- und Geldspenden haben dies ermöglicht. Die Zahl der Nutzer wuchs auf 44 an. Und Lesungen heimischer Autoren oder Dorfbewohner gibt es nun auch rund zehn Mal pro Jahr.

Wer macht mit? Feuerwehr sucht Verstärkung

Eine Dorf-Feuerwehr löscht nicht nur Brände, räumt Bäume von Straßen oder hilft nach Unfällen. Sie sorgt auch für Geselligkeit im Dorf. Das ist in Pingelshagen nicht anders. Und dort hat die Wehr – wie vielerorts auch – das Problem, dass es immer weniger Nachwuchs und Feuerwehrleute gibt. Rücken keine Jugendlichen nach, wird auch die aktive Einsatzgruppe kleiner. „Hier sind es noch rund 20 Aktive“, sagt Wehrführer Alfred Brauer. Geburtenrückgang, Wegzug – „nur zwei Gründe für den Mitgliederschwund“, weiß Brauer. „Jetzt wollen wir mit allen, die hier für die Feuerwehr in Frage kommen, das Gespräch suchen“, so Brauer. Jeden ersten Freitag im Monat findet ab 18 Uhr der reguläre Dienstabend statt, bei dem die Standortausbildung durchgeführt wird. Interessenten sind willkommen. Denn irgendwann ohne Brandschützer dazustehen – so weit soll es in Pingelshagen nicht kommen.

Immer in Bewegung

SV Pingelshagen: Ein Verein nur für die Einwohner

Seit 15 Jahren Vorsitzender des SV Pingelshagen: Hans-Jürgen Barkholz.
Hans Taken

Seit 15 Jahren Vorsitzender des SV Pingelshagen: Hans-Jürgen Barkholz.

 

Fußballspiele um Meisterschaftspunkte, Spiel, Satz oder Sieg in Tennis-Ligen – das alles gibt es beim SV Pingelshagen nicht. „Wir sind bei keinen Meisterschaften angemeldet“, sagt Hans-Jürgen Barkholz, seit rund 15 Jahren Vorsitzender des Vereins. Die 78 Frauen, Männer, Jugendlichen und Kinder, die derzeit in den Sparten Fußball, Tennis, Yoga oder Gymnastik aktiv sind, legen Wert auf einen regelmäßigen Trainingsbetrieb. Und den bekommen sie auch, denn dafür sorgen die ehrenamtlichen Übungsleiter. Duschkabinen gibt es nicht, dafür zwei kleine Vereinsräume gegenüber der Feuerwehr. Wer im Verein ist, kann für seinen Beitrag alle angebotenen Sportarten ausüben. „Vergrößern wollen wir uns gar nicht, denn unser Verein ist ausschließlich für Pingelshagener gedacht“, sagt Barkholz. Eine neue Sparte gibt es seit Kurzem trotzdem, und fürs Boule-Spiel wurde eigens eine kleine Anlage gebaut. Die beiden mittlerweile über 13 Jahre alten Kunstrasen-Tennisplätze müssen dagegen bald erneuert werden. Organisierte Radtouren, Aubachlauf oder Sportlerparty – Pingelshagen bleibt ständig in Bewegung.

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