Muss ich an die Gema zahlen?

svz.de von
10. Januar 2013, 10:12 Uhr

Klar, wer eine Diskothek betreibt, der muss für die Musik bezahlen, die er spielt. Kniffliger wird es, wenn der Rahmen kleiner ist und das Eintrittsgeld wegfällt. Entscheidend ist für die Gema, ob es sich um eine "öffentliche Veranstaltung" handelt. Ein Begriff, der nicht eindeutig definiert ist. Wer eine gebührenpflichtige Veranstaltung nicht anmeldet und erwischt wird, muss den doppelten Betrag zahlen.

Hochzeit und Geburtstag
Beide Veranstaltungen können in der Regel als privat betrachtet werden. Entscheidend ist: Die Gäste sind handverlesen und geladen. Wer also die Familie und seine Freunde einlädt, der hat zu jedem Gast eine persönliche Beziehung. Damit ist die Veranstaltung nicht gebührenpflichtig. Laut Auskunft der Gema gilt hier eine Grenze von 80 Gästen. Wer darüber hinaus geht, der muss im Zweifel nachweisen, dass es sich wirklich um nahestehende Personen handelt.

Vorsicht ist ohnehin geboten: Wer zum Beispiel den Geburtstag nutzt, um potentielle Geschäftspartner einzuladen, bei dem sieht der Fall schon wieder anders aus. Hier könnten Gebühren fällig werden.

Betriebsfeier
Auch hier gilt: Solange im kleinen Rahmen gefeiert wird, bleiben die Gebühren erspart. Hier sind die Grenzen allerdings schon enger. Denn wenn in größerem Rahmen auch Gäste eingeladen sind, dann betrachtet die Gema auch eine Betriebsfeier als öffentliche Veranstaltung.

Vereinsfest
Solange nur die Mitglieder des Vereins feiern, ist das laut Auskunft der Gema kostenfrei. Weil solche Feiern meist aber den Nachwuchs locken sollen, fallen doch Kosten an - denn die Öffentlichkeit ist eingeladen. Vereine die in bundesweiten Verbänden organisiert sind, sollten sich erkundigen, ob Rabatt-Verträge bestehen.

Bandaufführung
Auch wer Musik spielt, muss für die Urheberrechte zahlen. In einigen Fällen wird sogar für die Proben Geld verlangt. Künstler sichern sich in vielen Fällen ab, indem sie die Gema-Gebühren auf den Veranstalter abwälzen. Dass sollte allerdings vertraglich festgehalten werden.


Dorffest
Auch hier werden Gebühren fällig. Im Zweifel sollte man sich beim Veranstalter erkundigen, wie das Thema im konkreten Fall geregelt wird. Für Blaskapellen und Umzüge gelten unter Umständen Sondertarife.

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