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Musik statt Protest - Stadtvertreter entscheiden über Staatstheater

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erstellt am 26.Mär.2012 | 08:39 Uhr

Die Trillerpfeifen blieben zu Hause: Mit Musik und Gesang setzten sich Theaterleute und ihre Freunde für den Erhalt des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin am Montag auf dem Marktplatz der Landeshauptstadt ein. Ursprünglich war eine lautstarke Demonstration gegen das Sanierungskonzept geplant, über das die Stadtvertreter am Abend entscheiden sollten. Doch nach einem Kompromissvorschlag vom Freitag waren darin zunächst geplante Kündigungen nicht mehr enthalten.

Rund 1000 Theaterfreunde kamen nach Polizeiangaben auf den Platz. Schauspieler Jochen Fahr sagte, das Mecklenburgische Staatstheater sei kein Theater der Stadt Schwerin, sondern es strahle auf die ganze Region aus. Deshalb müsse sich das Land mehr für den Erhalt des Hauses engagieren und sich auch der Kulturausschuss des Landtags mit dem Thema beschäftigen.
Das Aktionsbündnis „Kulturschutz x“ wollte zunächst vor der Stadtvertretersitzung gegen das Sanierungskonzept demonstrieren, das den Abbau von 79 der 320 Stellen vorsah. Aber am Freitag hatten sich Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) und die Fraktionsvorsitzenden auf einen Kompromiss geeinigt, der stattdessen den Abgeordneten vorgelegt werden sollte. Er sieht grundsätzlich eine Sanierung, aber keine Kündigungen in diesem Jahr vor. Mit der Umsetzung soll gewartet werden, bis im Herbst das landesweite Theater-Strukturkonzept vorliegt. Zugleich solle sich Gramkow um eine Zwischenfinanzierung vom Land für das Theater bemühen.

Beim Aktionsbündnis hieß es, die Theaterfreunde müssten nun nicht mehr gegen die Stadtvertreter anstürmen. Auf dem Marktplatz erklangen unter anderem der Gefangenenchor aus der Oper Nabucco von der Staatskapelle und dem Theaterchor sowie die Ode an die Freude, gespielt von einem Schülerorchester.

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