Mit 74 Jahren : Muhammed Ali ist gestorben

Die Boxlegende Muhammed Ali starb im Alter von 74 Jahren. Doch er wird in Erinnerung bleiben.

svz.de von
04. Juni 2016, 09:07 Uhr

Muhammad Ali ist tot. Der größte Boxer der Geschichte starb am Freitag in einem Krankenhaus bei Phoenix, wie mehrere US-Medien, darunter der Sender NBC News, unter Berufung auf einen Sprecher der Familie berichteten. «The Greatest» wurde 74 Jahre alt.

Auf der offiziellen Twitter-Seite wurde ein Foto Alis mit dem Zusatz «1942 - 2016» veröffentlicht. Der dreimalige Schwergewichtsweltmeister war am Donnerstag wegen Atemproblemen in das Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Sprecher sagte daraufhin, er werde von einem Ärzteteam betreut und befinde sich in guter Verfassung. Es sei mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt zu rechnen.

Der an Parkinson leidende Ali, dreifacher Weltmeister im Schwergewicht und Olympiasieger im Halbschwergewicht, hatte seine Karriere im Jahr 1981 beendet. In den vergangenen Jahren war er wegen gesundheitlicher Beschwerden mehrfach im Krankenhaus behandelt worden, darunter zweimal im Jahr 2014 und einmal im vergangenen Jahr.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an die wohl bedeutendste Persönlichkeit der Sportgeschichte.

Muhammed Ali bezwingt Foreman

Alis größter Kampf war der "Rumble in the Jungle" vom 30. Oktober 1974. Hier trat der damals 32-Jährige gegen den amtierenden Schwergewichtschampion George Foreman in Kinshasa an.

Die größte Sport-Ikone aller Zeiten

Ali war ein Idol, ein Künstler im Ring. Sein leichtfüßiger Kampfstil und die einzigartigen Reflexe machten ihn weltweit zum Mythos. «Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene», umschrieb der frühere Schwergewichts-Weltmeister sein flinkes, scheinbar schwereloses Boxen. Ali war aber auch ein Mann, der sich gegen Ungerechtigkeit wehrte und den Mächtigen die Stirn bot. Rassismus und Vietnam-Krieg prangerte er an, opferte dafür sogar einen wesentlichen Teil seiner Karriere. Weil er den Kriegsdienst in Vietnam verweigerte, wurde er knapp drei Jahre gesperrt.

«Er war größer als der Präsident der Vereinigten Staaten, war der berühmteste Mensch der Welt», sagte Alis einstiger Gegner George Foreman. Ali hatte ein Charisma, das Millionen Menschen faszinierte. Er war vorlaut, ließ manchmal kein gutes Haar an seinen Gegnern, provozierte ohne Ende. Ali war Marktschreier und Top-Verkäufer seiner selbst. «I am the Greatest», fauchte er in jedes Mikrofon. Ali, der in frühen Jahren Cassius Clay hieß und 1964 zum Islam übertrat, war ein unvergleichliches Marketing-Talent.

Die große Klappe konnte er sich leisten. Ali entthronte 1964 den als unbesiegbar geltenden Weltmeister Sonny Liston. «Ich habe die Welt durchgeschüttelt», tönte er danach. Nach dem Comeback Anfang der 70er Jahre wurden die Kämpfe gegen Joe Frazier, Ken Norton und George Foreman zu globalen Ereignissen, für die Zuschauer in aller Welt nachts ihrer Wecker stellten. Er musste auch Niederlagen hinnehmen wie gegen Frazier 1971 und Norton 1973.

Ali stand länger im Ring als sein Körper es verkraften konnte. Sein letzter Auftritt war geradezu erschütternd. Am 11. Dezember 1981 verlor er gegen den Kanadier Trevor Berbick. Das ging als das «Drama auf den Bahamas» in die Annalen ein. Die 1984 bei ihm diagnostizierte Parkinson-Krankheit bezeichnete er als «einen Test Gottes». In den vergangenen Jahren war Ali nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Er saß zumeist im Rollstuhl, konnte kaum reden. Alis Credo: «Du wirst eines Tages sterben. Also sei bereit, um in den Himmel zu gehen und um ewig glückllich zu leben.»

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