Moderne Router - kleine Kästen mit vielen Talenten

Moderne Router können viele weitere Geräte ersetzen. Das ist praktisch und spart auch noch Strom. (Bild: AVM/dpa/tmn)
Moderne Router können viele weitere Geräte ersetzen. Das ist praktisch und spart auch noch Strom. (Bild: AVM/dpa/tmn)

Lange Zeit galten Router als öde, aber notwendige Hardware zum Internet-Anschluss. Doch die kleinen Kästen haben sich weiterentwickelt und machen zusätzliche Geräte wie eine Telefonanlage häufig überflüssig. Dank weiterer nützlicher Funktionen werden sie zum Knotenpunkt im Heimnetzwerk.

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10. Juni 2009, 07:22 Uhr

Hannover/Berlin (dpa/tmn) - Es ist gar nicht lange her, da fristeten Router noch ein beschauliches Dasein. An die angeschlossenen Rechner mussten sie ankommende Datenpakete verteilen. Hin und wieder hatten sie Pakete zu blockieren, die kein PC im Internet bestellt hatte.

Doch binnen weniger Jahre haben sich die kleinen Netzwerkkästen zur regelrechten Kommunikationszentralen gemausert, die DSL-Modem, WLAN-Access-Point und oft auch eine Telefonanlage beherbergen. «Das spart jede Menge Strom und Kabelsalat», sagt Johannes Endres von der Computerzeitschrift «ct». Und Router bieten viele ungeahnte zusätzliche Funktionen:

Internet-Telefonie: Wer nur über einen analogen Telefonanschluss verfügt, aber doch mehrere Leitungen benötigt, kann kostengünstig weitere Telefonleitungen mit eigener Rufnummer realisieren - wenn er einen Router mit Internet-Telefonie-Funktion (VoIP) und entsprechenden Anschlussbuchsen für Telefone besitzt. «Das ist deutlich günstiger als ein ISDN-Anschluss, bietet aber natürlich nicht denselben Funktionsumfang», sagt Endres. Der VoIP-Anbieter kann frei gewählt werden. Allerdings kann es sein, dass der Vertrag mit dem Internetprovider bereits VoIP-Dienste einschließt - zum Beispiel eine Flatrate für alle Gespräche ins deutsche Festnetz.

Server: Viele Router besitzen einen USB-Anschluss, an den ein Drucker, eine externe Festplatte oder ein Speicherstick angeschlossen werden können. Diese Geräte stehen dann allen Computern im Heimnetzwerk zur Verfügung. «Diese Lösung verbraucht weniger Strom als ein Rechner, der im Netzwerk als Server fungiert, ist aber auch langsamer», erklärt Endres. Zum gelegentlichen Austausch von Daten sei diese Lösung allerdings vollkommen ausreichend.

Fernzugriff: Wer von unterwegs auf Daten im Heimnetzwerk zugreifen möchte, kann eine dynamische DNS (DynDNS) und die Port-Weiterleitungsfunktion seines Routers nutzen. Durch die DynDNS-Funktion kann der Router weltweit über einen Hostnamen angesprochen werden. Die Port-Weiterleitungsfunktion ermöglicht es, von jedem Internetrechner auf einen PC oder eine Festplatte im Heimnetzwerk zuzugreifen. «Das kann sinnvoll sein, wenn jemand auf Geschäftsreise ist und feststellt, er hat zu Hause wichtige Daten vergessen», erläutert Endres. Ein kostenloser DynDNS-Dienst ist «dyndns.org». Dort legt der Nutzer einen Account an und sucht sich einen Hostnamen aus - etwa meinheimnetz.dyndns.com. Diesen Namen trägt er dann in der Konfiguration des Routers ein. Danach gibt der Router immer seine aktuelle IP-Adresse an «dyndns.org» weiter. Somit reicht es, für den Zugriff auf den Router den Hostnamen einzugegeben.

DECT: Hersteller wie AVM aus Berlin statten neuere Routermodelle neben einer Telefonanlage auch mit mit einer sogenannten DECT-Basis für schnurlose Telefone aus. «An diese können Sie alle Mobilteile anschließen, die dem DECT-GAP Standard entsprechen», erklärt AVM-Sprecherin Samira Jordan. Die Konfiguration der Mobilteile erfolge über die Routersoftware. Jedem Telefon könne beispielsweise ein eigener Anrufbeantworter zugewiesen werden. In AVM-Routern mit DECT-Basis lasse sich auch ein zentrales Telefonbuch einrichten, das von den meisten DECT-Mobilteilen genutzt werden könne.

Konfiguration: Moderne Router erleichtern die Konfiguration von WLAN-Geräten wie Notebooks. Anstatt umständlich lange Schlüssel von Hand einzugeben, kann der Anwender moderne Geräte oft einfach per Knopfdruck ins WLAN einbinden, erklärt Thomas Jell, Sprecher des Herstellers Netgear in München. Das funktioniert entweder über einen Knopf oder virtuell über einen Klick in einer Software. Alternativ können auch PIN-Nummern eingegeben werden, oder die Integration erfolgt mit einem Datenabgleich per USB-Stick. Der Standard hinter diesen Funktionen heißt Wi-Fi Protected Setup (WPS).

Sicherheit: Sicherheitsmängel müssen User aufgrund des größeren Funktionsumfangs neuer Router nicht fürchten. «Theoretisch besteht die Gefahr, dass die Geräte eine größere Angriffsfläche bieten, unsere Praxistests haben dies aber stets widerlegt», sagt Endres. In der Basiskonfiguration von Routern sind meist alle Zusatzfunktionen abgeschaltet und müssen vom Benutzer ausdrücklich aktiviert werden. «Achten Sie darauf, dass nur die Funktionen freigeschaltet sind, die Sie auch wirklich nutzen und verstehen», mahnt Endres.

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