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175 Jahre Pauschalreise : Mit Schinkenbrot fing alles an

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Schinkenbrot. Das klingt nicht gerade nach Sommersonne, Strand und Badeglück – nach dem, was die meisten Pauschaltouristen suchen. Doch mit Schinkenbrot fing alles an, als Thomas Cook am 5. Juli vor 175 Jahren seine erste Pauschalreise verkaufte. Und mit Tee, nicht mit Sangria: Denn der Reise-Pionier und Baptistenprediger brachte einige Hundert Menschen zu einem Abstinenzlertreffen – Tee und belegte Brote inklusive. Heute ist die Pauschalreise weltweit ein Milliardengeschäft.

Wenn es draußen graupelt oder schneit: Ab ins Reisebüro, Kataloge wälzen und in wohliger Erwartung die Mittelmeer-Sonne buchen. Das ist für Millionen Deutsche noch immer der Weg in den Urlaub; alles zum Festpreis und abgesichert gegen alle Eventualitäten. Damit machen die Veranstalter in Deutschland einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro. „Froh schlägt das Herz im Reisekittel, vorausgesetzt man hat die Mittel“, reimte Wilhelm Busch zu Cooks Zeiten. Reisen war ein Luxus der Eliten – nach Italien war Goethe gereist. Für die breite Masse  musste oft ein Wochenendausflug ins nähere Umland genügen.

Thomas Cook nahm von seinen ersten Kunden einen Schilling für die wenige Kilometer lange Bahnfahrt von Leicester nach Loughborough und empfing sie mit Blasmusik. Als Josef Neckermann die Pauschalreise Anfang der 1960er Jahre nach Deutschland brachte, ging es schon mit dem Flugzeug nach Mallorca. Neckermanns Name bildet heute in Deutschland die Hauptmarke des Cook-Konzerns.

Doch die Pauschalreise hat sich verändert, egal ob bei Cook oder bei anderen Anbietern. Die Veranstalter haben gemerkt, dass viele Kunden ihre Reise individuell zusammenstellen wollen. Und auch der Trend zu Übernachtungen in Ferienwohnungen und anderen Privatunterkünften kratzt am Spitzenplatz der Pauschalreise. Burkhard Fraune 

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erstellt am 04.Jul.2016 | 19:43 Uhr

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