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11. Dezember 2017 | 16:23 Uhr

Der Energiesparer : Mit Muskelkraft zum Musikgenuss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:03 Uhr

„Was ein Liter Wasser ist, kann sich jeder vorstellen. Aber was eine Kilowattstunde ist, kann – außer Physikern – keiner erklären“, sagt Björn Hansen, wenn er seine Geschäftsidee vorstellt. Hansen ist kein Physiker, sondern Filmemacher, was eine Kilowattstunde ist, kann der Hamburger dennoch erklären. „Weil Nachhaltigkeit ein Thema ist, das mir am Herzen liegt.“

Über seine Firma „Morgenwelt Rocks“ verleiht Hansen Bühnentechnik oder Disko-Equipment. Der Clou dabei: „Die Bühne wird durch die Zuschauer per Muskelkraft mit Energie versorgt“. Sprich: Wer feiern und/oder tanzen will, muss sich im wahrsten Wortsinne abstrampeln – auf dem Fahrrad. Hansens Standardset besteht aus fünf Rädern, das Festivalsetting aus zehn umgebauten Drahteseln. Gemeinsam kann damit die Energie für eine Beschallung mit bis zu 3 bzw. 6 kW Musikleistung erzeugt werden.

Der Trittwiderstand auf den einzelnen Rädern ist identisch. Wird mehr Energie benötigt, weil die Musik lauter oder die Bässe eingeschaltet werden, steigt der Trittwiderstand an – und das kann ganz schön anstrengend werden. „Aber aufzuhören ist nicht drin, es gibt nur für zehn Sekunden einen Energiepuffer, danach ist die Musik aus“, erzählt Hansen, der 2013 sogar auf dem Hurricane-Festival mit 80 000 Besuchern mit seiner Fahrrad-Disko für lehrreiche Unterhaltung gesorgt hat. Zumal: „Der Fokus des Publikums verlagert sich vom Künstler auf denjenigen, der sich auf dem Fahrrad abstrampelt…“ Er setze darauf, dass die Gäste seiner Fahrraddisko, wenn sie nach Hause kommen, das Licht im Flur ausmachen, meint Hansen schmunzelnd.

Sein Konzept scheint aufzugehen: Mittlerweile hat er einen Franchise-Partner, der die Fahrrad-Disko in Süddeutschland und der Schweiz vermarktet. Auch in Luxemburg gebe es bereits Interessenten, so Hansen.

www.morgenweltrocks.de

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