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22. August 2017 | 05:30 Uhr

Mit Manipulation und Illusion zum Titel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Magische Shows in Sindelfingen: Fast 50 Zauberer kämpfen um die deutsche Meisterschaft

„Konzentriere dich!“, mahnt eine tiefe Stimme aus dem Lautsprecher. Auf der Bühne steht ein scheinbar gelangweilter Jugendlicher vor einem Stuhl in einem fiktiven Klassenzimmer.

Plötzlich grinst er breit und beginnt geschickt Stifte und Blöcke verschwinden zu lassen, zu vervielfachen und wieder herzuzaubern. Er heißt Nikolai Striebel und ist mit 15 Jahren der jüngste Teilnehmer bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst. Sie ist bereits zum zweiten Mal in Sindelfingen in Baden-Württemberg und dauert noch bis Sonntag an.

Nikolais Spezialgebiet ist die Manipulation. Durch den Gewinn der Deutschen Juniorenmeisterschaft im September konnte sich der Reutlinger für den Wettbewerb der „Großen“ qualifizieren. Seither ist er auch Mitglied im „Magischen Zirkel von Deutschland“, einem eingeschworenen Zaubererkreis. Nicht nur Hobbymagier gehören dazu, sondern auch internationale Größen wie Siegfried und Roy. 2900 Mitglieder sind es.

„Um aufgenommen zu werden, muss man eine Prüfung schaffen oder eine Meisterschaft gewinnen – so wie ich in der Jugend“, sagt Nikolai. Seit Oktober hat er jeden Tag rund fünf Stunden für seinen Auftritt in Sindelfingen geübt.

Junge Zauberer wie Nikolai seien ein Glücksfall für die Magier-Szene, so Julius Frack. Er selbst war 2009 Weltmeister und zeigte seine Show schon auf der ganzen Welt. Trotzdem lässt er sich noch immer gerne verzaubern und begeistern. Bei der diesjährigen Meisterschaft gehört er zur Jury. „Originell soll es sein, modern und am besten noch nie da gewesen. Das wollen die Leute sehen“, sagt der Profi.

Das Spektrum der Zauberer in Sindelfingen ist breit. Eine charmante Seniorin muss sich vom Illusionisten Jochen Stelter nicht nur ihre Wirbelsäule durchbohren lassen, sondern auch den ein oder anderen Spruch einstecken. Auch das Duo „Thommy Ten & Amelie“ verblüfft das Fachpublikum.

So unterschiedlich die Shows auch seien, der Ansporn, der die Magier antreibe, sei ähnlich, sagt Nikolai. „Etwas Eigenes zu schaffen. Deine persönliche große Nummer. Das ist das Ziel und das wollen alle hier.“ Ob er deutscher Meister wird, erfährt Nikolai erst am Sonntag. Da hilft auch keine Zauberei.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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