Mit bunten Farben gegen DVU-Demo: Wirkungsvolles „Fest der Demokraten“ in Potsdam

Musik aus fremden Kulturkreisen animierte am Brandenburger Tor  Potsdam zum Mitmachen. Foto: Rainer Dyk
Musik aus fremden Kulturkreisen animierte am Brandenburger Tor Potsdam zum Mitmachen. Foto: Rainer Dyk

Mit bunten Schals mit „Potsdam bekennt Farbe“-Aufdrucken, einem buntes Programm , einer ökumenischen Andacht und noch viel mehr zeigten rund 1000 Menschen in der Landeshauptstadt symbolisch Flagge gegen Rechts.

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21. September 2008, 04:54 Uhr

Potsdam - Der Luisenplatz, jenseits des Brandenburger Tores in Potsdam, war am Sonnabend von der Polizei zur Tabuzone erklärt worden. Betreten durften den durch mehrfache Polizeiabsperrungen gesicherten Platz ausschließlich diejenigen, die zur Landes-Wahlkundgebung der DVU wollten.

Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores hatten die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, der Sportbund und die Kirchen für die gleiche Zeit zu einem bunten Fest unter dem Motto „Potsdam bekennt Farbe“ aufgerufen. Man wolle mit einem „Fest der Demokraten“ zeigen, dass in Potsdam kein Platz für Fremdenfeindlichkeit sondern für friedliches Miteinander ist, hatte Oberbürgermeister Jann Jacobs zur Eröffnung erklärt. Die Fraktionen bekundeten – trotz des Kommunalwahlkampfes – Einmütigkeit in der Ablehnung jeglicher rechtsradikaler Versuche, in Potsdam Stimmen zu gewinnen, und standen an Infoständen für Gespräche bereit.

Bunte Schals mit „Potsdam bekennt Farbe“-Aufdrucken, ein Straßen-Fußballturnier, ein buntes Kulturprogramm vieler Nationen, eine ökumenische Andacht und etwa 1000 begeisterte Menschen vermittelten auf dieser Seite des Brandenburger Tores den Eindruck, als sei Rechtsradikalismus in Potsdam für die übergroße Mehrheit der Einwohner ein Thema, mit dem man sich demonstrativ und verbal und vor allem friedlich auseinandersetzen werde.

Lediglich etwa hundert vor allem schwarz gekleidete Jugendliche wollten sich mit der DVU-Kundgebung, die allerdings nur etwas mehr als 30 Besucher angezogen hatte, nicht abfinden. Sie forderten mehrfach die Polizei heraus, die Zugänge aus den Seitenstraßen zu versperren.

Zwei Jugendlichen gelang es, den Generator für die Stromversorgung der Lautsprecher für die DVU-Sprecher so zu beschädigen, dass die Veranstaltung nach längeren Reparaturversuchen abgebrochen wurde und die DVU-Mitglieder und Sympathisanten unter Schutz der Polizei nach und nach das Gelände verließen.

Im Stadtgebiet gab es dann noch mehrere Zusammenstöße zwischen den aufgeputschten Jugendlichen und der Polizei.

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