Mit 13 betrunken in der Disko?

Jugendschutzkontrollen macht die Stadt einmal pro Woche in den Diskotheken, sagt Ordnungsamtschef Dietrich Stang.
Jugendschutzkontrollen macht die Stadt einmal pro Woche in den Diskotheken, sagt Ordnungsamtschef Dietrich Stang.

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04. Februar 2008, 08:59 Uhr

Schwerin - Der Vorwurf ist immens: In Schweriner Diskotheken feiern Minderjährige bis in die Morgenstunden bei jeder Menge Alkohol. Kontrollen der Stadt gäbe es kaum. Und wenn doch, würden die Gastronomen vorgewarnt. Die Stadt hält die Vorwürfe für unhaltbar und reagiert ihrerseits mit einer Strafanzeige gegen die anonym bei der Staatsanwaltschaft angezeigten Anschuldigungen.

Ihre 13 Jahre alte Tochter habe sich an einem Freitag im Januar nachts aus der elterlichen Wohnung gestohlen, um in einer Diskothek mit anderen Minderjährigen zu feiern, schreibt eine Mutter anonym an die Staatsanwaltschaft. Erst morgens um halb Fünf sei das Mädchen „stark betrunken und lautstark“ nach Hause gekommen. „Laut unserer Tochter sei das normal, viele der Disko-Besucher seien zwischen 13 und 18 Jahre alt. Und an Alkohol heranzukommen, wäre auch kein Problem“, so die Mutter. Deshalb stellte sie Strafanzeige gegen den Leiter des Ordnungsamtes, Dietrich Stang, dem auch die Gewerbeaufsicht untersteht.

„Die Vorwürfe sind unhaltbar“, sagt Stang auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir führen einmal pro Woche in Diskotheken und Gaststätten Kontrollen zu Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz durch. Damit können wir uns landesweit mehr als sehen lassen. Dass die Betreiber zuvor aus dem Gewerbeamt gewarnt würden, ist eine ungeheuere Unterstellung.“

Der Ordnungsamtschef hat deshalb seinerseits mit einer Strafanzeige gegen Unbekannt reagiert. In der Stadtverwaltung zweifelt man zudem die Aussagen des 13-jährigen Mädchens an, auf die die anonym gebliebene Mutter ihre Vorwürfe stützt. Möglicherweise sei das Kind auf einer privaten Feier gewesen. Die regelmäßigen Kontrollen der städtischen Ordnungsbehörde hätten jedenfalls solche Verstöße wie die geschilderten längst festgestellt, so Dietrich Stang.

Fakt ist, dass bei einer Jugendschutzkontrolle von Polizei, Kommunalem Ordnungs- und Sicherheitsdienst (KOSD) und Ordnungsamt im Beisein der Medien in der Diskothek „Mexx“ im vergangenen Jahr sowohl Jugendliche per SMS als auch Disko-Betreiber vorgewarnt worden waren und die Kontrolle deshalb abgesagt wurde. Woher damals der Tipp kam, ließ sich nicht ermitteln.

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