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20. November 2017 | 10:46 Uhr

Millionen Kinder getrennt von ihren Eltern

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erstellt am 29.Nov.2011 | 06:45 Uhr

Fernab der Heimat, fernab der Eltern - so erging es bis zum Kriegsende 1945 Millionen von Mädchen und Jungen. Schätzungsweise wurden zwischen zwei bis sechs Millionen Kinder und Jugendliche zum Teil mit ihren Müttern verschickt - doch genaue Zahlen existieren bis heute nicht. Die sogenannte "Erweiterte Kinderlandverschickung" (KLV) ging als größte Binnenwanderung in die Geschichte ein.

Im September 1940 ordnete Adolf Hitler die Evakuierung von Kindern und Schülern aus gefährdeten Gebieten an. Vor allem Kinder aus den Großstädten, die vermehrt von Luftangriffen betroffen waren, sollten in KLV-Lager gebracht werden, um sie vor den Bombenangriffen zu schützen. Einen weiteren Aspekt schienen die Nationalsozialisten mit der Kinderlandverschickung ebenfalls zu verfolgen. Denn fernab des elterlichen Hauses, waren die Kinder nicht mehr der elterlichen Erziehung unterstellt, sondern den nationalsozialistischen Führungsoffizieren. Die Organisation und Leitung der "Unterbringungsaktion" - das Wort Evakuierung wurde von den Nationalsozialisten vermieden - übernahm Hitlers größter Anhänger: Baldur von Schirach.

NS-Studentenführer Baldur von Schirach

Schon als 17-Jähriger vergötterte er den Führer der Nationalsozialisten. 1929 stieg von Schirach zum NS-Studentenführer auf. Die "Hitlerjugend" war bereits 1926 ein Begriff, doch durch Baldur von Schirach wurde sie zur einer Bewegung von Millionen. 1934 schuf Hitler eine eigene Dienststelle für den NS-Studentenführer: Er wurde zum Reichsjugendführer der NSDAP ernannt. Unter seiner Federführung half unter anderem die Hitlerjugend Millionen von Kindern und Jugendlichen aus den bombadierten Großstädten zu verschicken.

Untergebracht in rund 2000 KLV-Lagern im Land, mussten die Kinder und Jugendlichen die Regeln der Nationalsozialisten im Lager befolgen. Zunächst war die Unterbringungsaktion nur auf wenige Wochen ausgerichtet, denn die Nationalsozialisten glaubten an ein baldiges Kriegsende. Doch zahlreiche Jungen und Mädchen blieben mehrere Monate oder Jahre im Lager. Zunächst waren Elternbesuche verboten - doch mit den Jahren verstärkte sich der Widerstand der Eltern.

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