Milder Winter: So wenig Eis in der Ostsee wie nie zuvor

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05. März 2008, 11:59 Uhr

Rostock - Der milde Winter sorgt nach Angaben des Eisdienstes des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in diesem Jahr für eine ungehinderte Schifffahrt auf einer nahezu eisfreien Ostsee. „Wir haben es wahrscheinlich mit dem eisärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1720 zu tun“, sagte Eisdienst-Leiter Jürgen Holfort am Mittwoch in Rostock.

Die gegenwärtige Winterperiode übertreffe alle Rekordwerte der bisher mildesten Winter von 1929/30, 1960/61 und 1988/89, als sich das Eis in der nördlichen Ostsee lediglich auf Flächen zwischen 52 000 und 58 000 Quadratkilometer ausgedehnt hatte. Derzeit seien nur etwa 33 000 Quadratkilometer Seegebiet zugefroren, sagte Holfort.

In einem normalen Winter sei der Bottnische Meerbusen Ende Februar bis Mitte März normalerweise vollständig mit Eis bedeckt. In diesem Jahr allerdings habe sich nur im nördlichen Teil der Bottenvik und in den inneren Schärenbereichen Eis gebildet. Im Finnischen Meerbusen entspreche die gegenwärtige Eislage einer Ausdehnung, die sonst schon Mitte Dezember erreicht sei. Auch die Eisdicken blieben deutlich unter den Normalwerten.

In der nördlichen Ostsee seien die Temperaturen nur selten unter minus 15 Grad gesunken, sagte der Experte. Häufige Tauperioden und frische Winde aus unterschiedlichen Richtungen hätten das Eis immer wieder aufgebrochen.

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