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Interview mit dem Bürgermeister : Miet-Wohnraum für die eigenen Leute fehlt

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Bürgermeister Eduardo Catalàn Bermudez im Gespräch

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 14:02 Uhr

Nach der Wende fand in den Gemeinden eine große Entwicklung statt. Welche Richtung hat Admannshagen/Bargeshagen eingeschlagen?

Bermudez: Anfang der 90er-Jahre wurde   gleich das Gewerbegebiet in Bargeshagen entwickelt. Das war eine gute Entscheidung, denn dadurch sind hier Arbeitsplätze entstanden. Das Gewerbe stellt auch die Haupteinnahmequelle für die Gemeinde dar, die hauptsächlich dadurch und durch das Handwerk  geprägt ist. Außerdem haben wir zeitgleich Wohnraum erschlossen. Das hat dazu geführt, dass wir unheimlich gewachsen sind. Wir haben uns mit heute rund 2900 Einwohnern verdreifacht.

Wer wohnt in der Gemeinde?

Hier lebt ein guter Mittelstand. Und um den Altersdurchschnitt zu halten, haben wir in den vergangenen Jahren viel in die Jugendarbeit investiert, viele Angebote geschaffen.

Bringt diese Entwicklung auch Probleme mit sich und soll es so weitergehen?

Es gibt zwar die Stadt-Umland-Diskussion, aber wir müssen uns weiterentwickeln. Wir brauchen dringend Wohnraum für unsere eigenen Leute, also Mietwohnungen für die jungen Menschen, die hier in der Gemeinde bleiben wollen. Das ist ein echtes Manko. Bei den älteren Einwohnern haben wir dieses Defizit jetzt etwas abmildern können mit dem altersgerechten Wohnen, was an der Hauptstraße in Bargeshagen entsteht. Der Hauptantrieb dafür war, dass es nicht sein kann, dass Menschen, die jahrzehntelang in der Gemeinde gelebt haben, im Alter ihre vertraute Umgebung verlassen müssen. Denn in der Gemeinde haben wir relativ viele Einfamilienhäuser, die für eine Person alleine irgendwann zu groß werden.

Besteht noch an anderen Ecken Handlungsbedarf?

Wir wollen unsere Kita um zwölf weitere Plätz erweitern, um den Bedarf etwas zu entschärfen. Im nächsten Jahr stellt der Sport sein Vereinsheim zur Verfügung, sodass die Kita dann das gesamte Gebäude bewohnt. Der Umbau wird etwa 450 000 Euro kosten. Der Sport soll im Gegenzug für etwa 400 000 Euro ein neues Vereinsheim neben der Kulturscheune erhalten.

Was steht außerdem auf der Agenda?

Wir erweitern auch unser Gewerbegebiet in Bargeshagen, weil die Nachfrage da war. Richtung Admannshagen kommen noch einmal vier Hektar hinzu, die an das bestehende Gebiet anschließen. Und Ende nächsten Jahres soll die Kreuzung B 105/Admannshäger Damm umgebaut werden. Aus Richtung Rostock kommend soll eine Rechtsabbiegerspur hinkommen.

Neben Mietwohnraum – gibt es noch etwas, was in der Gemeinde fehlt?

Was uns fehlt, ist die Nahversorgung hier in der Gemeinde. Wenn man mobil ist, ist es kein Problem, weil in Sievershagen der Ostseepark ist. Aber außer den Gaststätten und dem Backshop fehlt uns so etwas hier.  Denn ansonsten ist eigentlich alles da, was wir zum Leben hier brauchen.

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