Microsoft Xbox: Spielsteuerung ohne Controller

Microsoft will das Steuern von Computerspielen allein mit Gesten, Sprachbefehlen und Körperbewegungen ermöglichen. Dafür stellte der Konzern auf der Videospielmesse E3 eine neuartige Kamera für seine Spielekonsole Xbox 360 vor.

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02. Juni 2009, 06:10 Uhr

Los Angeles (dpa) - Die Microsoft-Kamera soll mit ihren Funktionen weit über ähnliche Lösungen der Konkurrenz hinausgehen, betonte Microsoft am Montagabend. Microsoft steht unter dem Druck des japanischen Wettbewerbers Nintendo, der mit der bewegungsempfindlichen Steuerung seiner Konsole Wii zum Marktführer geworden ist.

Die neue Kamera mit der Bezeichnung «Projekt Natal» ist nach Angaben von Microsoft die erste ihrer Art, die die Bewegungen auch räumlich aufnehmen kann und über Raumklangmikrofone verfügt. Selbst Veränderungen in der Stimmlage sollen registriert werden können. Auch die Menüsteuerung solle künftig über Gesten - ganz ohne die bisher unumgänglichen Controller - möglich sein.

Nintendo verkauft mehr Konsolen als Microsoft

Microsoft ließ «Project Natal» zur Eröffnung der Spielemesse E3 in Los Angeles von Hollywood-Regiestar Steven Spielberg präsentieren. «Der nächste Schritt, den wir in der Welt der interaktiven Unterhaltung gehen müssen, ist, die Controller verschwinden zu lassen», sagte der Regisseur.

Während Microsoft mit seinem Spieleangebot für die Xbox bislang vor allem den eingefleischten Kern der sogenannten «Hard-Core-Gamer» bedient, hatte Nintendo mit seiner Wii, einem bewegungsempfindlichen Controller und neuen Spiele-Ideen die Zielgruppe der Konsolen-Spiele erfolgreich auf Erwachsene und Frauen erweitert. Mit mehr als 50 Millionen Wii-Geräten führt der japanische Spielespezialist derzeit den Konsolen-Markt an. Microsoft verkaufte seit Einführung insgesamt mehr als 30 Millionen Xbox 360 und liegt damit bei der aktuellen Konsolen-Generation vor Sony mit bislang 23 Millionen verkauften PlayStation 3.

Sony will "PSP Go"-Konsole vorstellen

«Projekt Natal» ist dafür ausgelegt, neuartige Spiele zu unterstützen, die ebenfalls ein breiteres Publikum ansprechen. Von einem Abklatsch etwa von Nintendos Technologie sei die Entwicklung aber weit entfernt, sagte Microsoft-Manager Shane Kim der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. «Es geht nicht darum, mit der Wii zu konkurrieren», sagte Kim. «Es geht darum, die Industrie auf ihr nächstes Level zu führen.» Einen Termin für den Marktstart nannte Microsoft nicht. Die Kamera dürfte jedoch nicht vor Anfang kommenden Jahres in den Handel kommen.

Auf der E3 in Los Angeles, einer internationalen Fachmesse für Computerspiele, stellen führende Hersteller und Entwickler bis zum 4. Juni ihre Neuheiten vor. Sony wird noch am Dienstag voraussichtlich die neue portable Konsole «PSP Go» mit ausziehbarem Bedienteil vorstellen. Der Stand von Nintendo stehe derzeit noch unter strenger Bewachung durch Sicherheitskräfte, berichten Branchenexperten.

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