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21. November 2017 | 05:43 Uhr

Methling machts im ersten Anlauf

vom

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erstellt am 05.Feb.2012 | 10:59 Uhr

Rostock | Schon um kurz nach 18.30 Uhr ist aus dem Ratskeller kurzer, aber heftiger Jubel zu hören. Anhänger, Freunde, Familie von Roland Methling fiebern mit jedem weiteren ausgezählten Wahlbezirk dem Wahlsieg entgegen - und es sieht schon da nach einem klaren Ergebnis aus. Methling liegt mit mehr als 55 Prozent der Stimmen beinahe uneinholbar vor seinen Gegenkandidaten, die maximal bei 15 Prozent stehen. Methling drückt seine Frau Annegret immer wieder an sich, nimmt erste Gratulationen entgegen. Sein Sohn Steffen stößt dazu. "Das Thema ist durch", sagt Mathias Krack vom Wählerbündnis Für Rostock.

Enttäuschung bei den Gegenkandidaten

Oben im Rathaus-Foyer machen die ersten eingetroffenen Gegenkandidaten und ihre Parteikollegen lange Gesichter. Der eine oder andere sieht noch die Chance, dass es irgendwie für eine Stichwahl reichen könnte. Dafür müsste der Amtsinhaber weniger als 50 Prozent der Stimmen erhalten. "Ich habe darauf gehofft", sagt Kerstin Liebich, die für die Linken angetreten war, und bekommt von ihrem Mann, dem Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich, ein Glas Rotwein gereicht. Dr. Sybille Bachmann vom Rostocker Bund kalkuliert zu diesem Zeitpunkt noch mit den Briefwählern: "Das sind 11 000 Stimmen, die ganz am Schluss hinzugezählt werden."

Und tatsächlich sinken Methlings Werte zum Ende des Abends ein wenig ab. "Nicht, dass das jetzt noch mal eng wird", sagt Annegret Methling. Sie war im Straßenwahlkampf an der Seite ihres Mannes, hat dort gespürt, dass die Wahlbeteiligung niedrig ausfallen könnte. Dadurch hätte jede Stimme viel Gewicht. Der Oberbürgermeister macht sich auf den kurzen Weg vom Ratskeller hoch zur offiziellen Wahlveranstaltung der Stadt. Um 19.22 Uhr steht das vorläufige amtliche Ergebnis fest. Methling kommt auf 53,8 Prozent, ist damit wiedergewählt. Als Erste gratuliert Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens, die ihn für die CDU herausgefordert hatte, aber mit 7,3 Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz landet.

"Es ist eine Genugtuung"

Der Wahlsieger ist vom deutlichen Ergebnis selbst überrascht: "Es ist aber auch eine Genugtuung und Anerkennung für das, was wir geleistet haben." Den Wahlsieg habe er mit seinem kleinen Wählerbündnis Für Rostock gegen vier etablierte Parteien mit starker Anhängerschaft erzielt. Methling sendet an diesem Abend auch Signale für einen Neuanfang in Richtung der Bürgerschaft, mit der er in der ersten Amtszeit so oft über Kreuz lag. "Lasst uns gemeinsam Kurs aufnehmen und anerkennen, dass wir eine klare Basis haben." Ein Wink auf die eingeschlagene Politik der Haushaltssanierung, die Methling auch in seiner zweiten Amtszeit fortsetzen will. Am Wahlabend unterstreicht er das Ziel, Rostock bis 2018 frei von Altschulden zu bekommen. Zum 800-jährigen Stadtgeburtstag werde die Hansestadt dann ein großes Freudenfest feiern.

Die erste Party steigt gestern Nacht gleich im Rathaus. Eine Band hatte Methling schon in den Ratskeller bestellt, wo seine Anhänger mit ihm feiern. Der Rathaus-Alltag ist an diesem Abend weitgehend ausgeklammert, es überwiegt die Sektlaune. Politisch sieht sich Methling dennoch durch die geglückte Wiederwahl gleich im ersten Anlauf gestärkt: "Ich werde meine Positionen noch deutlicher vertreten", sagt er.

Nur 36,6 Prozent Beteiligung

Vor sieben Jahren kam er als parteiloser Kandidat überraschend mit 58,2 Prozent der Stimmen ins Amt. Demgegenüber büßte er dieses Mal 4,4 Zähler ein. Netto erhielt er damals fast 8000 Wählerstimmen mehr, denn die Beteiligung der Rostocker sank von 42,7 im Jahr 2005 auf diesmal nur noch 36,6 Prozent.

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