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19. August 2017 | 07:35 Uhr

Messer-Attacke erschüttert Schwerin

vom

Schwerin | Mit Schock und Unverständnis reagieren viele Schweriner auf den sinnlos erscheinenden Tod eines 32-Jährigen nach einer Pöbelei im Stadtteil Mueßer Holz. Der mutmaßliche Täter ist ein 17 Jahre alter Jugendlicher. Er soll den Älteren in der Nacht zum Sonnabend - an seinem Geburtstag - an einer Bushaltestelle an der Hamburger Allee mit einem Messer in die Brust gestochen haben. Das Opfer starb im Krankenhaus (SVZ berichtete).

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Das Unglück bewegt vor allem junge Schweriner. "Ich frage mich, wie ein junger Mensch zu so etwas fähig sein kann", fragt Theresa Sieveke. Sie ist nur ein Jahr älter als der mutmaßliche Messerstecher. Vor allem der Auslöser für die Tat - die Polizei geht von einem vorangegangenem Wortgefecht aus - "übersteigt meine Vorstellung", sagt Thomas Hildebrandt. "Dieser Mensch besitzt anscheinend eine sehr niedrige Hemmschwelle oder hatte nichts mehr zu verlieren", so der 32-Jährige weiter.

Zeugin berichtete der Polizei von Schüssen

Andere Schweriner hatte die Tat hellhörig gemacht. Noch am Sonnabendmorgen rief eine junge Frau aufgrund der Meldung von dem gewaltsamen Tod des 32-Jährigen bei der Polizei an. Wie die Beamten gestern mitteilten, will die Zeugin in der Nacht der Messerstecherei ganz in der Nähe des Tatortes an der Haltestelle Keplerstraße auch Schüsse gehört haben. Bereits in der Straßenbahn sei ihr ein Pärchen aufgefallen, das lautstark stritt, berichtete die Frau. Sie beschrieb die Frau als etwa 20-jährig, schlank und nicht besonders groß mit langen, glatten, dunkelblonden Haaren, die eine karierte Jacke trug. Der Mann soll etwa 1,85 Meter groß, etwa Mitte 20 sein und eine helle Mütze getragen haben. Passanten und Anwohner, die weitere Angaben zu den Menschen oder den Umständen machen können, sollen sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 0385/2070-2222 oder -2224 melden.

Während der mutmaßliche Messerstecher in Untersuchungshaft sitzt, fragt sich Theresa Sieveke, ob ein Strafmaß von bis zu zehn Jahren Gefängnis gerechtfertigt ist. "Das Strafmaß erscheint mir zu gering angesichts dessen, dass ein Mensch sein Leben lassen musste", sagt sie. Vor allem vor dem Hintergrund, dass gegen den 17-Jährigen noch mehrere Verfahren wegen Körperverletzung laufen, wie Schwerins Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann berichtet. "In einigen Ländern geht man viel strenger mit angeblich jungen Straftätern um", schreibt Rene Dreier im Internet auf www.svz.de. Der Verdächtige ist dem Oberstaatsanwalt zufolge wegen Diebstahls bereits vorbestraft.

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erstellt am 12.Dez.2011 | 10:44 Uhr

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