Russland: Shirokov vor zweiter Chance : Meisterprüfung oder Abschluss-Test?

Nach der ersten (Lehr-)Stunde hatte Guus Hiddink ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Wie eine Schülermannschaft", habe sich sein Team beim EM-Auftakt gegen Spanien verhalten. Seit dem 1:4 ist viel passiert, ohne dass der Coach grundlegende Änderungen vorgenommen hat.

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26. Juni 2008, 11:58 Uhr

Meisterprüfung oder Abschluss-Test?Russland: Shirokov vor zweiter ChanceNach der ersten (Lehr-)Stunde hatte Guus Hiddink ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Wie eine Schülermannschaft", habe sich sein Team beim EM-Auftakt gegen Spanien verhalten. Seit dem 1:4 ist viel passiert, ohne dass der Coach grundlegende Änderungen vorgenommen hat. Hiddink lobt gebetsmühlenartig den Lernprozess. Heute folgt der zweite Leistungstest gegen Spanien.Nach der ersten (Lehr-)Stunde hatte Guus Hiddink ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Wie eine Schülermannschaft", habe sich sein Team beim EM-Auftakt gegen Spanien verhalten. Seit dem 1:4 ist viel passiert, ohne dass der Coach grundlegende Änderungen vorgenommen hat.
Hiddink lobt gebetsmühlenartig den Lernprozess. Am heutigen Donnerstag folgt der zweite Leistungstest gegen Spanien - wird es die Meisterprüfung für das junge Team oder bei einem Misslingen schon der EURO-Abschluss-Test? "Wenn wir spielen wie beim ersten Mal, brauchen wir gar nicht antreten", warnt Hiddink und verrät, dass ihm Italien als Halbfinal-Gegner lieber gewesen wäre. "Die Italiener spielen defensiver, lauern auf Konter, da hätten wir taktisch etwas machen können."Gegen die Iberer indes sieht er nicht viele Variationsmöglichkeiten in der Ausrichtung: "Beide Teams lieben das Spiel nach vorn. Wir können taktisch grundlegend nicht viel anders machen als beim ersten Spiel. Wir müssen nur cleverer sein. Und wir müssen dieses Halbfinale genießen. Ganz gleich, wie es ausgeht, meine Spieler werden in der Zukunft unheimlich von dieser Erfahrung profitieren."Einer, der jetzt schon vom Turnier profitiert, ist Andrey Arshavin. Fünf Anfragen, bestätigt sein Klub Zenit St.Petersburg, liegen für den 27-jährigen Offensivkünstler vor. Engländer, Italiener und Spanier sollen es auf Arshavin abgesehen haben, Gerüchten zufolge auch der FC Bayern. Er selbst, heißt es, bevorzuge Spanien. Aber lässt Zenit das Eigengewächs mit Vertrag bis 2010 ziehen? St. Petersburg will Erfolg in der Champions League und keine Millionen für den Topstar. Dass das Gezerre um seine Person vorm Halbfinale gegen sein Traumland Spanien stören könnte, muss nicht befürchtet werden. Unbeeindruckt hatte Arshavin bereits nach seiner Zwei-Spiele-Sperre einen verspäteten Traumstart ins Turnier hingelegt - jetzt will er den nächsten Schritt: "Unser Ziel ist das Finale!"Hiddink muss ein wenig improvisieren

Personell sieht es für Russland besser aus als noch zum Wochenanfang. Da hatten Aleksandr Anyukov, Diniyar Bilyaletdinov und Ivan Saenko mit Sprunggelenkproblemen pausieren müssen. Bereits am Dienstag aber machten bis auf Nürnbergs Angreifer, der eingeschränkt trainierte, aber heute zur Verfügung stehen soll, wieder alle komplett mit.Ein wenig improvisieren muss Hiddink dennoch: Dmitriy Torbinskiy, nach seinem starken Joker-Auftritt gegen Holland durchaus ein Startelf-Kandidat, fehlt ebenso mit Gelbsperre wie Innenverteidiger Denis Kolodin. Roman Shirokov wird ihn wohl ersetzen, obwohl er beim Auftakt-1:4 vorgeführt und danach nicht mehr berücksichtigt wurde. Jetzt soll auch Shirokov zeigen, dass er seine Lektion gelernt hat.

Sebastian Wolff

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