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Joachim Gaucks Beziehung zu MV : „Meine Seele ist mecklenburgisch geblieben“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Joachim Gauck und sein besonderes Verhältnis zu seinem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Beim ersten offiziellen Staatsbesuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck in Mecklenburg-Vorpommern im Mai 2013 scheute die Schweriner Staatskanzlei weder Mühen noch Kosten. Ein roter Teppich war extra für das Staatsoberhaupt und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt angeschafft und ausgerollt worden. Eine Ehre, die selbst königlichen Staatsgästen bis dahin versagt geblieben war.

Gauck zeigte sich gerührt. „Meine Seele ist mecklenburgisch geblieben“, sagte der Bundespräsident damals im Landtag. Da lebte der einstige Rostocker Pfarrer bereits mehr als zwei Jahrzehnte in Berlin. Am 18. März 2012 war er zum elften Bundespräsidenten gewählt worden.

Joachim Gauck und Mecklenburg-Vorpommern – eine besondere Beziehung. Am 24. Januar 1940 wurde der Sohn eines Kapitäns in Rostock geboren. Die ersten fünf Jahre lebte er gemeinsam mit seiner Mutter Olga Gauck und den Geschwistern Marianne, Sabine und Eckart bei der Oma in Wustrow auf dem Fischland. Der Vater war während des Krieges bei der Marine.

In dem 1936 gebauten dreistöckigen Reetdachhaus der Oma gleich hinter dem Deich macht Joachim Gauck heute noch in jedem Sommer Urlaub. Das Haus hat drei Ferienwohnungen, die von Schwester Marianne verwaltet werden.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges zog Familie Gauck zu den Großeltern mütterlicherseits nach Rostock. In der Hansestadt machte Gauck seine Schulausbildung, unter anderem an der Goetheschule. Nach dem Theologiestudium in Rostock wurde er Pastor unter anderem in Rostock-Evershagen. In der Wende schloss er sich der Bürgerbewegung in Rostock an. Den Untergang der DDR und die Wiedervereinigung erlebte er in Rostock und in Berlin. Die Ereignisse prägten sein weiteres Leben. Am 2. Januar 1992 wurde er offiziell der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Sieben Mal war der 77-Jährige als Bundespräsident in Mecklenburg-Vorpommern als Staatsgast. Noch vor seinem offiziellen Antrittsbesuch in Schwerin sprach Gauck im August 2012 auf der Gedenkveranstaltung zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen von 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Eindringlich warb er dabei für eine wehrhafte Demokratie.

Auch seine letzte Reise als Bundespräsident führt ihn wieder nach Mecklenburg-Vorpommern. Am 17. März wird er aus dem Amt ausscheiden.

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