pro : „Mehrheit für weiteren Ausbau“

Sylvia Pilarsky-Grosch,Präsidentin Bundesverband Windenergie
Sylvia Pilarsky-Grosch,Präsidentin Bundesverband Windenergie

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26. März 2014, 11:57 Uhr

Deutschland habe keine andere Wahl: Eine Abkehr von der Windenergie und „wir hätten den Kampf um den Klimaschutz schon verloren“, meint Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie. Die Katastrophe in Fukushima habe gelehrt, dass die Atomkraft keine sichere Energiequelle sei. Und auch der weitere Einsatz von Kohle zur Stromgewinnung führe nur zu enormen Umweltbelastungen: „Was bleibt da anderes als die erneuerbaren Energien?“ – und vor allem die Windkraft. Sonnen- und Wasserkraft, Biogas – damit allein sei die Energiewende nicht zu schaffen. Auch die Energiegewinnung in Geothermieanlagen „dümpelt seit Jahren vor sich hin“. Pilarsky-Grosch: „Der Ausbau der Windkraft muss weitergehen.“ Windenergie bleibe der preiswerteste Leistungsträger der Energiewende und ein wichtiger Jobmotor, auch im Nordosten.

Für die Verbandspräsidentin decken sich die Ausbaupläne mit denen der Deutschen. „Eine deutliche Mehrheit ist für den Ausbau der Windkraft“, meint Pilarsky-Grosch. Gegner der neuen Energie dürften nicht überschätzt werden. 10 bis 20 Prozent der Deutschen werde man nicht für die neue Technologie überzeugen können. Aber: „Die Ängste sind oft größer als die tatsächlichen Auswirkungen.“

Es sei nicht das Ziel der Windmüller, „jeden Flecken zur Energiegewinnung“ zu nutzen. Aber die Anlagen der Zukunft müssten größer werden, um kostengünstiger Strom erzeugen zu können, verteidigte die Verbandspräsidentin die Anlagenentwicklung. Allerdings dürften die Anwohner von den neuen Windparkplänen „nicht überfordert und vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, gestand Pilarsky-Grosch Fehler in der Vergangenheit. Die Anwohner „dürfen sich nicht umzingelt fühlen“. Vor Ort müsse sich intensiver über neue Windkraftprojekte ausgetauscht werden. Das in MV geplante und für das Bundesgebiet „vorbildhafte“ Bürgerbeteiligungsgesetz könne dazu beitragen, für mehr Akzeptanz zu sorgen. Sie warnte aber auch vor überzogenen Erwartungen: Bei den größer gewordenen Anlagen sei beispielsweise das Dreifache der Gesamthöhe das Maß für den richtigen Abstand zu Wohnbebauung. Nur: 1000 Meter Abstand von jedem einzelnen Bauernhof in MV – dann wäre die Windkraft in MV am Ende, meinte Pilarsky-Grosch.

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