Unfälle : Mehr Verkehrstote in Brandenburg

Immer wieder erschüttern schwere Unfälle das Leben der Brandenburger.
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Immer wieder erschüttern schwere Unfälle das Leben der Brandenburger.

Das Land hält einen trauriger Rekord. Es gibt aber auch einen positiven Trend.

svz.de von
05. März 2014, 23:26 Uhr

Von einer Million Einwohnern starben im vergangenen Jahr 69 Brandenburger im Straßenverkehr. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt waren es 61, in Mecklenburg-Vorpommern 50 und in Sachsen 47.

Auch bei den absoluten Zahlen steht Brandenburg nicht rosig da: 170 Menschen starben 2013 im Straßenverkehr, vier mehr als 2012. Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg um 2,4 Prozent – im Bundesdurchschnitt ging sie dagegen um 7,2 Prozent zurück.

„Das ist eine bedrückende Bilanz“, sagte Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) gestern bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz. Hauptursachen für die tödlichen Unfälle seien überhöhtes Tempo, Alkohol am Steuer und fehlende Abstände gewesen. „Wir merken hier, dass Brandenburg ein Transitland ist. Viele Unfälle ereignen sich auf den Autobahnen in unserem Land.“

Unfallschwerpunkte in Brandenburg waren vor allem Alleen und Straßen, die durch Waldgebiete führen. „Wenn hier etwas passiert, endet das meist nicht glimpflich“, sagte Polizeipräsident Arne Feuring. Allerdings sind die Baumunfälle außerhalb geschlossener Ortschaften in den letzten Jahren in allen Landkreisen deutlich zurückgegangen – in der Prignitz etwa von 110 im Jahr 2010 auf 91 im Jahr 2013.


Senioren haben mehr Unfälle verursacht


Insgesamt gab es in Brandenburg im vergangenen Jahr 81 000 Verkehrsunfälle. Während die Unfälle mit jungen Fahrern um 15 Prozent auf 7600 zurückgingen, stieg die Zahl der Unfälle mit älteren Menschen – analog zur demographischen Entwicklung – von 13 986 auf 14 306.

Dabei wurden rund 70 Prozent der Unfälle von den Senioren verursacht. Verkehrsminister Jörg Vogelsänger will deswegen auf Seniorenorganisationen zugehen. Zudem sollen Brandenburgs Ärzte stärker für Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Fahrtüchtigkeit sensibilisiert werden. „Vielen, gerade älteren Menschen ist es nicht bewußt, dass ihre Medizin Auswirkungen auf ihr Fahrvermögen haben kann.“

Wesentlich positiver als bei den Unfalltoten ist die Brandenburger Bilanz bei den Unfallverletzten: Je 100 000 Einwohner haben sich im letzten Jahr gerade einmal 417 Brandenburger im Straßenverkehr verletzt. In Mecklenburg-Vorpommern waren es sogar noch weniger – 415 – während Sachsen mit 698 Verletzten an der Spitze liegt.

Brandenburgs CDU setzt nun ein altes Thema wieder auf die Tagesordnung: die Sanierung von Schlaglöchern. „Brandenburgs Straßen haben sich zu einem Sicherheitsrisiko entwickelt“, wetterte der CDU-Verkehrspolitiker Rainer Genilke.

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