Mehr radeln, länger leben

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17. Januar 2013, 07:50 Uhr

Graz gilt als Fahrradhauptstadt Österreichs. Diesen Titel des Verkehrsclubs Österreich (vcö) hat die 263 000-Einwohner-Kommune in den vergangenen fünf Jahren dreimal gewonnen. Wie sie das geschafft hat, erklärt die Grazer Mobilitätsreferentin Gudrun Uranitsch heute zur Eröffnung der Fahrradkonferenz auf der Viva Touristika in Rostock. Matthias Lanin sprach mit ihr.

Wie wird man Fahrradhauptstadt?

Wir geben jährlich zwei Millionen Euro für den Radverkehr aus. Das waren im vergangenen Jahr rund zwei Prozent des gesamten Investitionsbudgets der Stadt.

Dafür gab es dann folgerichtig den Titel?

Auch. Wir denken ein Stückchen weiter als andere. Ein wichtiges Anliegen ist neben der Infrastruktur der Motivationsbereich, die weichen Maßnahmen. Dazu gehört ein bisschen mehr Marketing und Aufklärung, als einmal im Jahr einen Radfahrtag zu veranstalten.

Was hat Graz davon, fahrradfreundlich zu sein?

Das wirkt sich auf die Lebensqualität aus. Fahrräder machen keinen Lärm, brauchen weniger Platz und verursachen keine Abgase. Zudem verlängern 30 Radfahrminuten täglich laut einer dänischen Studie die Lebenserwartung merklich. Es ist angenehmer und gesünder.

Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, oder nicht?

Eigentlich schon. Es gibt aber noch immer alte Mythen, gegen die wir mit Kampagnen angehen.

Welche zum Beispiel?

Radfahren sei gefährlich. Wenn man mit dem Fahrrad hinter Autos herfährt, atme man nur Abgase ein und gerade die Kinderanhänger sollen extrem gesundheitsschädlich sein. Ich habe 15 Jahre als Verkehrspädagogin auf dem Gebiet geforscht: Wer in einem geschlossenen Auto sitzt, hat eine dreimal höhere Abgasbelastung als der Radfahrer in freier Luft dahinter.

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