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Ortsbeiratsvorsitzender : Mehr Gewicht für Bürgerwünsche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeiratsvorsitzender Karsten Cornelius im Gespräch

Herr Cornelius, Sie sind seit 2009 Ortsbeiratsvorsitzender. Seit wann leben Sie im Hansaviertel?

Seit 1971. Vorher lebte ich lange in der KTV, also nah dran am Hansaviertel.

Was macht den Stadtteil lebens- und wohnenswert?

Ein großer Vorteil ist, dass wir sehr zentrumsnah leben. Die Innenstadt ist mit Bus und Bahn sowie fußläufig gut zu erreichen. Zudem ist das Hansaviertel in den 20ern entstanden und wurde im Bauhausstil errichtet. Die Auswirkungen dieses Konzepts sieht man heute noch.

Wie macht sich dieses Konzept bemerkbar?

Damals ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass die Menschen mehr Luft brauchen, mehr Licht, mehr Grün – wir sind mit sehr viel Grün gesegnet. Wir haben den Botanischen Garten und den Barnstorfer Wald. Den nutzen Menschen allen Alters für Sport und Freizeit. Dort spielt sich das Leben ab – auch für viele Bewohner aus anderen Stadtteilen.

Wie beurteilen Sie die Sportmöglichkeiten ?

Viele wichtige Sportstätten Rostocks liegen im Hansaviertel: das Ostseestadion, das Leichtathletikstadion, die Eishalle, die Schwimmhalle. Dort würden wir zudem gern das Außenbecken wieder aktivieren.

Und das Nachtleben?

Wir haben das LT für die Studenten, den Greif-Club vornehmlich für ältere Semester und auch im Biergarten der Trotzenburg ist im Sommer immer viel los.

In welchen Bereichen gibt es noch Defizite?

Es fehlen Möglichkeiten zum altersgerechten Wohnen. Im Viertel leben zwar viele Studenten, aber auch viele ältere Leute, die in großen Wohnungen sitzen. Wir hoffen, dass bei der Bebauung des Gebietes in der Thierfelderstraße auch dieses Thema eine Rolle spielen wird. Bisher gibt es im gesamten Hansaviertel kein Wohnhaus mit einem Fahrstuhl.

Was beschäftigt die Menschen im Stadtteil sonst?

Vor allem die fehlenden Stellplätze. Dabei geht es nicht darum, dass jeder einen Platz vor dem Haus findet, aber in einem zumutbaren Umkreis. In den letzten zehn Jahren sind rund um das Klinikum 148 Stellplätze wegen des Eigenbedarfs und der Rekonstruktion der Straßen weggefallen. Das andere ist die Sauberkeit von Grünanlagen und Straßen. Teilweise dadurch bedingt, dass zu wenige Abfallbehälter vorhanden sind – zum Beispiel für Grillabfälle auf dem Kastanienplatz. Die kleinen Papierkörbe dort reichen nicht aus. Generell sind wir aber kein Schwerpunkt der Kriminalität. Zwar gibt es häufiger Beschwerden über das Verhalten von Hansa-Fans, aber bei solchen Großveranstaltungen bleiben kleinere Zwischenfälle eben nicht aus.

Welche Wünsche haben die Bewohner für die Zukunft?

Generell mehr Bürgerbeteiligung. Dass die Wünsche der Leute von der Stadtverwaltung mehr einbezogen und berücksichtigt werden. Konkret hätten wir gern einen zweiten Eingang zum Botanischen Garten. Am besten auf Höhe der Seniorenresidenz in der Tschaikowskistraße. Auch was die Fahrradwege betrifft, gibt es noch Nachholbedarf. Stichwort: Campusroute … Ich persönlich würde mir wünschen, dass der Dürerplatz aufgewertet wird. Ich hatte den Antrag gestellt, dass dort auf dem Grün eine kleine Plastik aufgestellt wird. Der wurde abgelehnt, aber wer mich kennt – ich lasse nicht locker.

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