Mehr als 3000 Menschen haben wieder Arbeit

Wäre da nicht die Insolvenz des Dassower CD-Werkes, könnten sich Arge, Landkreis und Arbeitsagentur im Landkreis freuen. So liegt ein Schatten über der positiven Bilanz.

von
01. März 2008, 08:57 Uhr

Nordwestmecklenburg - „Es war sinnvoll, vor drei Jahren Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenzulegen. Bis heute ist die Arge Nordwestmecklenburg einen guten Schritt voran gekommen“, sagte gestern Helmut Westkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwerin. Er bezog sich damit auf die Jahresbilanz und einen kurzen Rückblick, die von der Arge-Geschäftsführerin Waltraud Michael in der Grevesmühlener Malzfabrik vorgestellt wurde. Westkamp bezeichnete die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Nordwestkreis als eigentlich erfreulich. „Das wird allerdings derzeit von den Entwicklungen im Dassower Werk überlagert.“

Auch in der Kreisverwaltung, bereiten die ODS-Insolvenz und ihre Folgen Sorgen und das Thema sei „Chefsache“, wie Birgit Hesse, zweite Stellvertreterin des Landrats, erklärte. „Unser Ziel ist, die Menschen dort in Arbeit zu halten oder schnell woanders unterbringen zu können“, sagte Birgit Hesse.
Positiv entwickelt hat sich im Geschäftsbereich der Arge die Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt. So fanden im vergangenen Jahr 3011 Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Jeder dritte Jugendliche hat Ausbildung oder Arbeit„Das ist jeder vierte Kunde, der 2007 zu uns kam“, so Waltraud Michael. Somit konnte die Integrationsquote im Vergleich zum Vorjahr von 22,4 Prozent auf 24,4 Prozent gesteigert werden. Von diesen in den Arbeitsmarkt integrierten Kunden waren 758 junge Menschen unter 25 Jahren. „Das heißt, jeder dritte Jugendliche hat eine Ausbildung oder Arbeit gefunden“, erklärte Waltraud Michael gestern in Grevesmühlen.

Mit der erfolgreichen Vermittlung haben sich auch die Ausgaben der Arge beziehungsweise Kosten für den Kreis verändert. So wurde mit 30,84 Millionen Euro rund 2,5 Millionen Euro weniger Arbeitslosengeld II ausgezahlt und der Kreis musste mit 24,28 Millionen Euro rund 500000 Euro weniger für Leistungen der Heizkosten und Unterkunft ausgeben.

Durchschnittlich erhielt ein Empfänger im Nordwestkreis 322,15 Euro reines Arbeitslosengeld II monatlich. Hinzu kommen durchschnittlich 259 Euro für Unterkunft und Heizung – was je nach Größe der Bedarfsgemeinschaft variiert – sowie im Schnitt 151,92 Euro Sozialversicherungsbeiträge. Damit summiert sich die durchschnittliche Leistung pro Bedarfsgemeinschaft auf 743,95 Euro im Monat.
„Im Kreis hat jeder vierte Kunde ein Erwerbseinkommen, das auf das Arbeitslosengeld II anzurechnen ist. Das zeigt, dass die Menschen hier sehr bemüht sind, eigenes Einkommen zu erwirtschaften“, sagte Waltraud Michael. Anders ausgedrückt, hat ein Viertel der Arge-Kunden zwar eine Arbeit, der Verdienst reicht aber nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Für dieses Jahr hat sich die Arge neue Ziele gesetzt: Die Integrationsquote soll um sieben auf 25,5 Prozent gesteigert werden. Bei den unter 25-Jährigen soll diese Quote um 7,1 auf dann 32,4 Prozent gesteigert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen