Hintergrund : Mehr als 200 Tonnen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg

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19. Juni 2016, 18:18 Uhr

Brandenburg gilt bundesweit als das Land, in dem die meiste Kriegsmunition im Boden liegt. Allein im Jahr 2015 wurden in Brandenburg nach einer vorläufigen Bilanz mehr als 200 Tonnen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg vernichtet.

Darunter waren beispielsweise 25 000 Granaten, 800 Brandbomben und 120 Sprengbomben, wie es in der Mitteilung des Innenministeriums hieß. Auch 19 große Bomben mit einem Gewicht von jeweils mehr als 250 Kilo wurden fachgerecht entsorgt. Dazu kam Munition von Handfeuerwaffen. Die Kosten für das Land betrugen mehr als 11,4 Millionen Euro.

In der Mark werden den Angaben zufolge immer noch auf rund 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche Blindgänger vermutet. Neben Oranienburg gehören Potsdam, die Region südlich Berlins sowie Gebiete entlang von Oder und Neiße zu den regionalen Schwerpunkten.

Das Kriegserbe im Oderbruch

Die Kampfmittel-Belastungskarte für das Land Brandenburg weist den Bereich der Oder und das komplette Oderbruch als einen Hauptschwerpunkt im Land aus. Dort tobte im Frühjahr 1945 zwischen Wehrmacht und Roter Armee die Schlacht um die Seelower Höhen.

Betroffen ist ein Areal 100 Kilometer in nord-südlicher und 30 Kilometer in ost-westlicher Ausdehnung. Vor jeder Baumaßnahme ist hier eine Prüfung auf Altmunition zwingend vorgeschrieben. Erst wenn der Kampfmittelräumdienst eine „Freiheitsbescheinigung“ ausstellt, darf mit dem Bau begonnen werden. Häufig führt die aufwendige Munitionsbergung zu Bauverzögerungen. Das verursachte beispielsweise bei der Sanierung der Oderdeiche nach dem Jahrhunderthochwasser 1997 erhebliche Zeitverluste. Das Land Brandenburg gibt nach Angaben des Innenministeriums jährlich für die Kampfmittelbeseitigung zwischen 10 und 15 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr betrugen die Kosten für die Beräumung von insgesamt 170 Tonnen Kriegsmunition 11 Millionen Euro.

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