Meerkohl wieder auf dem Langenwerder

Meerkohl bei Wismar.
Meerkohl bei Wismar.

(zur Geschichte einer seltenen Strandpflanze an unserer Ostseeküste

svz.de von
09. Dezember 2013, 00:33 Uhr

In der Wismar-Bucht wächst heute der Meerkohl wieder auf dem Langenwerder und auf dem Südzipfel der Halbinsel Wustrow, dem Kieler Ort. Das ist erfreulich. Lässt sich die seltene Strandpflanze an der Ostsee, aber auch an den atlantischen Küsten sowie der Nordsee doch recht selten entdecken.

Daher steht der Meerkohl streng unter Naturschutz. Es handelt sich hierbei um eine Strandpflanze aus dem Verwandschaftskreis innerasiatischer Crambe-Arten. Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. Es gibt noch eine Unterart, die am Schwarzen Meer vorkommt. Älteren Angaben zufolge sollen Vorkommen an der steinigen Küste von Stubbenkammer (Rügen) festgestellt worden sein. Im Jahr 1927 war der Meerkohl auf der Insel Poel selten. Bereits 1873 wurden mehrere Exemplare auf der Halbinsel Wustrow gefunden.

Die Fachliteratur aus jüngeren Jahren meldete größere Vorkommen am Feuersteinstrand zwischen Heiligendamm und Börgerende. Bei Heiligendamm wuchsen danach 1943 etwa 1500 Exemplare und 1963 nur noch 400. Es gibt offensichtlich beim Meerkohl große Bestandsschwankungen.1975 entdeckten Betreuer des Seevogelschutzgebietes Langenwerder bei Poel ein Exemplar des Meerkohls. Die Ansiedlung erfolgte vermutlich durch Anschwemmung von Samen. 1978 entwickelten sich daraus noch fünf weitere Pflanzen durch Wurzelausläufer. Jedoch haben heftige Seestürme und Schiebeeiswirkung des Winters 1978/79 die Exemplare aus dem Naturschutzgebiet wieder verschwinden lassen. Doch wie gesagt, im Moment lassen sich wieder welche in der Wismarer Bucht entdecken.

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