Mecklenburg-Vorpommern : Mautflüchtlinge meiden Autobahnen

Teilweise deutliche Zunahme des Lastwagenverkehrs auf Bundesstraßen in MV

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03. März 2014, 08:00 Uhr

Lkw-Fahrer auf der Mautflucht: Der Schwerlastverkehr in Mecklenburg-Vorpommern weicht immer häufiger auf Bundesstraßen aus und meidet die teuren Autobahnen. Trotz des landesweit rückläufigen Fahrzeugverkehrs auf den Bundesstraßen steige die Belastung für die Anwohner, da die von Lkw ausgehenden Beeinträchtigungen und der Verschleiß der Straßen größer seien als bei Pkws, schätzt das Verkehrsministerium ein. So nahm der Lasterverkehr beispielsweise auf den von Mautprellern im Ost-West-Verkehr gern genutzten Bundesstraßen 5, 191 und 198 seit der Erhöhung der Straßenbenutzungsabgabe 2007 zum Teil deutlich zu, geht aus einer von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) vorgelegten Verkehrszählung hervor. 2012 stieg der Anteil des Lkw-Verkehrs an der Zählstelle auf der Bundesstraße 5 nahe Grabow im Vergleich zu 2007 um 0,6 Prozent mehr Lastwagen, an der B 191 bei Dömitz sogar um etwa fünf Prozent und in Rom um knapp zwei Prozent. Brummirennen auch auf der B 198: Dort stieg der Lasterverkehr in Vietzen um drei, in Hinrichshagen um fast sechs Prozent. Auf der 198 zwischen Wesenberg und Röbel ist bereits jedes sechste Fahrzeug ein Lkw, zwischen Neustrelitz und Woldegk sogar jedes fünfte. Gleichzeitig registrieren die Statistiker auf den Autobahnen weniger Laster - auf der A 19 und 24 um bis zu 1,9 Prozent weniger, auf der A 20 knapp ein Prozent, auf der A 14 noch 0,2 Prozent.

Dennoch haben die Autobahnen mit der Fertigstellung des Streckennetzes im Land die Bundesstraßen zum Teil deutlich entlastet, heißt es im Verkehrsministerium. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der A 20 ging 2005 beispielsweise der gesamte Straßenverkehr auf der B 105 zwischen Selmstorf und Rostock zurück. Entlastungen auch auf der Bundesstraße 106: Mit dem Lückenschluss der A 14 Ende 2009 nahm der Autobahnverkehr dort seit 2010 um mehr als zehn Prozent auf täglich 8136 Fahrzeuge zu, während er auf der B 106 um etwa vier Prozent auf 7987 Fahrzeuge abnahm. An mehr als jeder zweiten der insgesamt 40 automatischen Zählstellen an Bundesstraßen im Land wurden weniger Fahrzeuge registriert, an fast jeder zweiten der zwölf Zählstellen an Autobahnen aber mehr. Allein zwischen in den letzten beiden Jahren nutzen 2,4 Prozent mehr Fahrzeuge die Autobahnen, während der Verkehr auf den Bundesstraßen um 0,5 Prozent zurückging, ermittelte das Verkehrsministerium.

In der Bauplanung geht das Land indes für die kommenden Jahren insgesamt von leicht steigendem Fahrzeugverkehr aus. Die demografische Entwicklung werde nicht etwa so weniger Verkehr, sondern eher zu mehr Fahrzeugen auf den Straßen führen. Die Menschen wollten länger mobil bleiben. Die Zahl derjenigen, die Auto fahren, wird steigen, erwartet das Verkehrsministerium.

Investiert werden solle vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen des Landes. 50 Millionen Euro würden in diesem Jahr in die Sanierung, den Um- und Ausbau sowie Neubau von Landesstraßen gesteckt, 145 Millionen Euro in Bundesstraßen u. a. in den Weiterbau der A 14. Auf Strecken mit insgesamt rückläufigen Verkehrszahlen würden die Investitionen zurückgeschraubt.

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