Mauerreste: Geschichte zum Anfassen

svz.de von
04. März 2013, 06:53 Uhr

Die bunt bemalte East Side Gallery ist das noch längste erhaltene Stück der Berliner Mauer. Doch auch an anderen Stellen in der Hauptstadt sind noch historische Reste des Betonwalls zu sehen. Einige der Orte:

Die Bernauer Straße gilt als wichtiges Symbol der Teilung Berlins. Die Mauer verlief genau an der östlichen Häuserfront. Eine etwa 220 Meter lange Betonreihe erinnert, dass in der Straße nach dem Mauerbau zahlreiche Menschen aus Häuserfens tern in den Westen sprangen und einige dabei starben.

Der Martin-Gropius-Bau - eines von Berlins wichtigsten Ausstellungsgebäuden - lag nach dem Mauerbau zwar im Westen, der Eingang zu den Ausstellungsräumen musste aber trotzdem zwangsweise verlegt werden. Warum? Die Grenze verlief direkt vor dem Gebäude, sodass der Bürgersteig vor der Mauer lag, aber dennoch zum Ostteil der Stadt gehörte. In unmittelbarer Nähe sind auf rund 200 Meter Länge zahlreiche hellgraue Betonklötze erhalten.

Günter Litfin wurde am 24. August 1961 von Angehörigen der Transportpolizei erschossen, als er versuchte, nach West-Berlin zu fliehen. Ihm zu Ehren errichtete sein Bruder Jürgen im Jahr 2003 die Günter-Litfin-Gedenkstätte. In einem ehemaligen Wachturm erfahren Besucher in einer Dauerausstellung mehr über die damalige Todesgrenze und das geteilte Berlin.

Im Ostteil der Stadt finden Besucher das wohl bekannteste Mauerstück - die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery. 1990 bemalten Künstler aus aller Welt dieses längste erhaltene Stück Mauer mit riesigen Wandbildern. Eines der bekanntesten Motive ist sicherlich Dmitri Wrubels "Bruderkuss" zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew. Weil die Farbe bei vielen Gemälden verblasste, wurde die East Side Gallery 2009 monatelang aufwendig restauriert. Dafür kamen viele der Künstler wieder nach Berlin, die ursprünglich ihre Bilder an die Mauer gemalt hatten. Weitere Orte des Gedenkens:

Auch an der Bornholmer Brücke oder vor dem Umweltministerium nahe des Potsdamer Platzes sind noch Mauerreste zu sehen.

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