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16. Dezember 2017 | 04:41 Uhr

Sternenhimmel : Mars neben Doppelgänger Antares

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Sternenhimmel im Monat September bietet eine seltene Gelegenheit, beide Himmelskörper zu vergleichen

Im September können nach Einbruch der Dunkelheit in den frühen Abendstunden noch die beiden hellen Planeten Mars und Saturn tief am Südwesthimmel gesehen werden. Der Ringplanet wird von der Sonne verfolgt, die ihm immer näher rückt, weshalb er drastisch kürzer zu sehen ist. Nur wegen der nun immer früher einsetzenden Dunkelheit bleibt er bis Ende September noch eine knappe Stunde beobachtbar, bevor er im Horizontdunst verschwindet.

Mars eilt durch immer südlichere Bezirke des Tierkreises. Zur Monatsmitte wechselt er aus dem Sternbild Waage in den Skorpion. Ende August passiert er etwa sechs Vollmondbreiten nördlich Antares, den Hauptstern des Skorpions. Antares bedeutet so viel wie „marsähnlicher Stern“.

Ares hieß der Kriegsgott der Griechen, die Römer nannten ihn dann Mars. Da auch Antares wie Mars rötlich leuchtet und außerdem im Tierkreis steht, wurde dieser Fixstern schon gelegentlich mit dem Planeten Mars verwechselt. Im September ergibt sich die seltene Gelegenheit, Antares und Mars miteinander zu vergleichen. Als Planet funkelt und flackert Mars kaum im Unterschied zu Antares, der übrigens deutlich röter als Mars erscheint. Mars wiederum ist Ende September eine Spur heller als Antares. Eine nette Konstellation ergibt sich am 28. September gegen 20 Uhr: Knapp über dem Südwesthorizont steht die Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Mars und Antares auf der einen und Saturn auf der anderen Seite.

Die hellen Planeten Venus und Jupiter sind am Morgenhimmel tief am Nordosthimmel anzutreffen. Venus zieht sich aber im Laufe des August langsam vom Morgenhimmel zurück. Ihre Rolle als Morgenstern endet Anfang Oktober. Venus wandert durch das Sternbild Löwe und zieht am 5. knapp nördlich an Regulus, dem Hauptstern des Löwen, vorbei. Regulus ist in der Morgendämmerung nur mit einem Fernglas zu erkennen.

Jupiter wandert durch das Sternbild Krebs und steuert auf Regulus zu, den er allerdings in diesem Jahr nicht mehr erreicht. Am 20. zieht die abnehmende Mondsichel an Jupiter vorbei. Mit Venus zusammen ergibt sich ein schöner Anblick am Morgenhimmel etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang.

Merkur bleibt in unseren Breiten im September unsichtbar. Südlich der Alpen kann man ihn jedoch in der zweiten Monatshälfte am Abendhimmel weit im Westen erkennen.

Der Mond erreicht am 9. September um 3.38 Uhr im Sternbild Fische seine Vollmondposition. Einen Tag vorher kommt er mit 358 390 Kilometer Distanz in Erdnähe, weshalb sich die Mondscheibe wieder relativ groß zeigt und die Gezeiten maximalen Tidenhub zeigen. Neumond tritt am 24. um 8.14 Uhr ein.

Seine größte Entfernung von uns nimmt der Mond mit 405 850 Kilometer am 20. September nachmittags ein. Interessant zu verfolgen ist die Begegnung des abnehmenden Halbmondes mit dem Sternhaufen der Hyaden und Aldebaran im Stier in der Nacht vom 14. auf 15. September.

Gegenüber dem Vormonat hat sich die gesamte Szenerie der Sternbilder deutlich nach Westen verschoben, während am Osthimmel bereits die wichtigsten Herbstbilder erschienen sind. Arktur im Sternbild des Rinderhirten steht kurz vor seinem Untergang, während das Pegasusquadrat, bekannt als Herbstviereck, schon hoch im Südosten zu sehen ist, wenn man gegen 23 Uhr den Sternenhimmel betrachtet. Das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler steht noch hoch im Südwesten, speziell Deneb ist zenitnah.

Jungfrau und Skorpion sind längst untergegangen. Im Südwesten schickt sich der Schütze ebenfalls an, die Himmelsbühne zu verlassen. Tief im Süden wandert der Steinbock gerade durch den Meridian. Dem Steinbock folgt im Tierkreis der Wassermann, der den Raum im Südosten einnimmt. Ebenso wie der Steinbock gehört der Wassermann zu den lichtschwachen Mitgliedern des Tierkreises.

Weit im Nordosten steigt der Perseus empor, der Retter der Andromeda. Die Prinzessin Andromeda ist als Sternenkette zwischen der Nordostecke des Pegasusquadrats und dem Perseus leicht auszumachen. Hoch im Nordosten steigt das Himmels-W, die Kassiopeia, empor, während der Große Wagen weit im Norden schon fast seine tiefste Stellung einnimmt. Knapp über dem Nordosthorizont blinkt die helle Kapella im Fuhrmann, der nördlichste Stern erster Größenklasse. Die Sonne wandert entlang dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, auch Ekliptik genannt. Am 17. verlässt sie zwei Stunden nach Mitternacht das Sternbild Löwe und wechselt in das Sternbild Jungfrau. Die Jungfrau ist ein langes und ausgedehntes Sternbild, weshalb die Sonne bis Ende Oktober benötigt, um durch dieses Tierkreisbild zu laufen.

Am 23. September überschreitet die Sonne den Himmelsäquator und wechselt auf die Südhalbkugel des Firmaments. Der Übertritt erfolgt exakt um 4.29 Uhr – Zeitpunkt des Herbstbeginns. Der Schnittpunkt der absteigenden Ekliptik mit dem Himmelsäquator wird Herbstpunkt genannt. Er markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Waage.

Zu Herbstbeginn sind Tag- und Nachtbogen der Sonne gleich lang, man spricht daher von Tagundnachtgleiche. Da Auf- und Untergangszeiten der Sonne jeweils für den oberen Rand der Sonnenscheibe angegeben werden und die irdische Lufthülle eine Brechung der Strahlen aus dem Weltall bewirkt, tritt die eigentliche Tagundnachtgleiche erst fünf Tage nach Herbstbeginn ein. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im September um elf Grad ab.

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