Mann von Straßenbahn getötet

von
06. Juni 2009, 11:42 Uhr

"Wir wurden plötzlich auf gefordert, die Straßenbahn zu verlassen. Ich dachte zuerst, die Bahn sei entgleist", sagte eine Schwerinerin, die gestern gegen 13.15 Uhr auf dem Platz der Freiheit in der Unglücksbahn der Linie 2 in Richtung Lankow saß. Dann habe auch sie er fahren, was Schreckliches passiert sei: Ein Mann war von der Straßenbahn überrollt worden.

Um den Verunglückten zu bergen, wurde die Bahn mit Un terstützung der Feuerwehr angehoben. Sofort herbeigerufene Rettungssanitäter konnten dem 40-Jährigen aus dem Raum Gadebusch aber nicht mehr helfen. Er starb an seinen schweren Verletzungen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist der Mann bereits an der Haltestelle "Stadthaus" in der Franz-Mehring-Straße zwischen die Waggons des Stra ßenbahn-Doppelzuges ge raten und einige hundert Meter weit mitgeschleift worden. "Der Fahrer der Bahn hat den Vorfall offenbar nicht bemerkt und wurde erst an der Haltestelle am Platz der Freiheit von Fahr gästen informiert", sagte der Sprecher der Schweriner Polizeidirektion, Klaus Wiechmann. Die Polizei schließe einen Suizid nicht aus. Bei dem 39-jährigen Straßenbahn-Fahrer handelt es sich nach Angaben von Nah verkehrs-Chef Norbert Klatt um einen "erfahrenen Mitar beiter".

Passanten am Platz der Freiheit stand die Bestürzung über das Geschehene ins Gesicht geschrieben. "Wie sich das Unglück ereignet hat, habe ich nicht mitbekommen, aber ich sah den Mann unter der Straßenbahn liegen", so eine erschütterte Augenzeugin. "Nach den jüngsten Straßenbaumaßnahmen am Platz der Freiheit habe ich gedacht, der Platz sei für den Verkehr sicherer ge worden", erklärte ein anderer Zeuge.

Wegen der Bergungs- und Spuren sicherungsarbeiten wurde der Straßenbahnverkehr in Richtung Lankow gestern Nach mittag für rund zwei Stunden unterbrochen. Der Nahverkehr richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. "Hinweise etwa auf eine Fremdeinwirkung gebe es nicht", so Polizeisprecher Wiechmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen