Ortsbeiratsvorsitzender : „Man muss beweglich sein“

karl scheube

Der Ortsbeiratsvorsitzende Karl Scheube

svz.de von
19. November 2015, 13:58 Uhr

Ihr Ortsbeiratsbereich reicht von der Kassebohmer Kiesgrube über Kassebohm, Brinckmansdorf, Brinckmanshöhe, Riekdahl, Alt Bartelsdorf bis zum Dierkower Damm. Was für Menschen leben in diesem Stadtteil?

Durch die Neubebauung ist eine gute Mischung in der Altersstruktur entstanden. In diesen Wohngebieten wohnen nun viele Familien mit Kindern. Viele, die nach der Wende ins Umland gezogen sind, ziehen jetzt zurück, dichter an die Stadt. Die Versorgung und Anbindung sind einfach besser.

Das Areal an der alten Molkerei soll zum Wohngebiet werden. Wie ist da der Stand?

Es gibt einen Beschluss der Bürgerschaft zur Aufstellung eines B-Planes. Zwischenzeitlich wurden die Gebäude der alten Molkerei abgerissen und der neuen Molkerei steht das Gleiche bevor. Darum wird das gesamte Gebiet einschließlich B-Plangebiet „Gewerbegebiet Kassebohm“ neu überplant. Ein Teil wird mit Wohnungen bebaut, hin zu den Bahngleisen, wo es lauter ist, soll „stilles“ Gewerbe angesiedelt werden.

Was wird aus der Fläche an der Alten Zuckerfabrik?

Das ist das Gelände des ehemaligen Chemiehandels. Auch dafür wird ein B-Plan aufgestellt. Es wird eine wunderbare Wohnlage, die aufgrund der aufwendigen Gründungen und der Aufwendungen für die Entkontaminierung aber sicher auch sehr teuer wird.

Wie hat der Stadtteil das Wachstum der letzten 10, 20 Jahre verkraftet?

Die Zahl der Einwohner hat sich verdoppelt. Es hat früher mal einen Konsum gegeben und das war die einzige Versorgung. Heute haben wir hier zwei Discounter für eine Nahversorgung für die, die in der Nähe wohnen und etwas weiter weg ist das Einkaufszentrum Globus. Gerade ältere Leute, die nicht so beweglich sind und in Kassebohm, Brinckmanshöhe oder Riekdahl wohnen, haben es weit für die alltäglichen Einkäufe. Man muss beweglich sein, ohne geht es nicht.

Wie steht es um die Verkehrsanbindung?

Die hat sich gut entwickelt. Man ist ruck, zuck in der Stadt. Es gibt zwei Buslinien. Das passt wunderbar.

Vermissen die Brinckmansdorfer einen Treff, ein Begegnungszentrum?

Der Jugendtreff und die Arbeit dort waren im Prinzip vorbei, als die Realschule wegfiel. Einen richtigen Anlaufpunkt gibt es heute nicht. In anderen Stadtteilen, wo es solche Einrichtungen gibt und Treffs organisiert werden, ist die Wohnsituation anders.

Was beschäftigt die Menschen in Brinckmansdorf?

Da gibt es ständig lokale Brennpunkte. Vor ein paar Wochen war es die mögliche Ansiedlung des Wagenplatzes in Alt Bartelsdorf, vor ein paar Jahren der Bau des Discounters. Der Bau eines Hortgebäudes an der Schule in Brinckmansdorf oder die Erweiterung der Schule in Kassebohm sind Themen, die die Einwohner interessieren.

Denken Sie, die Stadt hat Brinckmansdorf im Blick?

Ich denke, Brinckmansdorf hat die Stadt im Blick. Einmal von der geografischen Lage und zum anderen blicken wir oft ins Leere. Wir haben Probleme wie jeder Stadtteil. An manchen Wegen fehlt die Beleuchtung, die Straßen müssten instand gehalten werden. Die Pflege und Wartung der öffentlichen Wege und Grünanlagen ist aus finanzieller Sicht nicht immer gesichert. Bei all dem Bedarf an Wohnraum ist es wichtig, dass nicht alles zugepflastert wird. Grünflächen sind erhaltenswert und sollten in neue Wohngebiete eingeordnet werden.

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