Mafia-Festnahmen in Italien und den USA - Boss in Neapel gefasst

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08. Februar 2008, 10:09 Uhr

Rom/New York - In Italien und den USA sind Ermittlern am Donnerstag mehrere Schläge gegen die Mafia gelungen: Im Rahmen der Operation „Old Bridge“ seien auf Sizilien und in New York wichtige Vertreter des organisierten Verbrechens festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Insgesamt wurden 80 Haftbefehle ausgestellt, 60 in den USA und 20 in Italien. Am Morgen war der Polizei in Neapel der seit vier Jahren flüchtige Camorra-Boss Vincenzo Licciardi (42) ins Netz gegangen. Er stand seit 2004 auf der Liste der 30 meistgesuchten Mafiosi des Innenministeriums in Rom.

Der Mafioso war nach dem Tod seines Bruders Gennaro im Jahr 1994 Chef der „Allianz von Secondigliano“ geworden. Das Mafia-Kartell macht in Neapel vor allem mit Drogenhandel und Erpressung Geschäfte. Licciardi war im Oktober vergangenen Jahres in Abwesenheit zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. „Licciardis Festnahme ist ein schwerer Schlag für die Camorra, die damit einen ihrer berühmtesten und gefährlichsten Bosse verliert“, sagte ein Sprecher der italienischen Anti-Mafia-Kommission.

In New York wurden am Donnerstag über 50 Verdächtigte gefasst. Den Mitgliedern der sogenannten Gambino-Familie werden sieben Morde, Erpressungen sowie kriminelle Geschäfte und illegales Glücksspiel vorgeworfen, sagte der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo am Donnerstag in New York. Die Verbrechen reichen bis in die 70er Jahre zurück. Cuomo wertete die Festnahmen als großen Schritt in „unserem Kreuzzug“. Zu den in den USA Festgenommenen zähle auch Francesco (Frank) Calì (43), nach Meinung des FBI einer der wichtigsten aufstrebenden Mafia-Bosse des Gambino-Clans.

Bei den Ermittlungen ging es unter anderem um den Drogenhandel zwischen Italien und den Vereinigten Staaten.

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