Seltene krankheit : Märkerin stirbt an Creutzfeldt-Jakob

Das Archivbild vom Dezember 1997 zeigt Bruno Oesch (vorne), Markus Moser (rechts) und Carsten Korth (Mitte) von der 1997 gegründeten Firma Prionics AG (Zürich) in ihrem Labor. Die Schweizer Forscher haben ein Schnellverfahren entwickelt, mit dem BSE-Erreger im Rindfleisch nachgewiesen werden können. Die Wissenschaftler entwickelten einen äußerst sensitiven Antikörper, der auch zum Nachweis der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit taugt. Das Testergebnis innerhalb von zwölf Stunden vor. Foto: dpa
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Das Archivbild vom Dezember 1997 zeigt Bruno Oesch (vorne), Markus Moser (rechts) und Carsten Korth (Mitte) von der 1997 gegründeten Firma Prionics AG (Zürich) in ihrem Labor. Die Schweizer Forscher haben ein Schnellverfahren entwickelt, mit dem BSE-Erreger im Rindfleisch nachgewiesen werden können. Die Wissenschaftler entwickelten einen äußerst sensitiven Antikörper, der auch zum Nachweis der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit taugt. Das Testergebnis innerhalb von zwölf Stunden vor. Foto: dpa

Eine 55-jährige Frau aus Müncheberg ist an der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist es der sechste Fall in diesem Jahr im Land Brandenburg.

svz.de von
09. Dezember 2013, 17:26 Uhr

Eine 55-jährige Frau aus Müncheberg (Märkisch-Oderland) ist an der seltenen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist es der sechste Fall in diesem Jahr im Land Brandenburg. Die Krankheit ist nicht ansteckend.

Den Tod der Frau aus Müncheberg habe der Landkreis Märkisch-Oderland ans Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gemeldet, bestätigt der Sprecher Tobias Seyfarth. Nach Informationen dieser Zeitung war die Frau im Klinikum Bad Saarow (Oder-Spree) behandelt worden und nach ihrer Entlassung vor einer Woche gestorben. Das Helios-Klinikum selbst wollte sich zu dem Todesfall nicht äußern.

Laut Robert Koch-Institut sind im vergangenen Jahr deutschlandweit 120 Neuerkrankungen gemeldet worden, die nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam immer tödlich enden. In Brandenburg gab es im laufenden Jahr bislang fünf nachgewiesene Erkrankungen sowie fünf weitere Verdachtsfälle. Zwischen 2010 bis 2012 wurden immer wieder Fälle gemeldet – jährlich zwischen vier und sieben Erkrankungen. Rein statistisch trifft die tödliche Krankheit nach Informationen einer Forschungsgruppe an der Universität Göttingen etwa ein Prozent der Weltbevölkerung.

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit tritt überwiegend in der Altersgruppe der über 59-Jährigen auf und führt zu Gehirnveränderungen, die mit starken Beeinträchtigungen kognitiver und neurologischer Fähigkeiten einhergehen.

RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher warnt davor, die Creutzfeldt-Jakob mit der unter „Rinderwahnsinn“ bekannten Krankheit in Verbindung zu bringen, bei der in Großbritannien allein in diesem Jahr zwischen 170 und 180 Fälle registriert worden sind. In Deutschland sei diese spezielle Form jedoch noch nicht aufgetaucht. Dabei handelt es sich um eine Variante der nach Alfons Jakob und Hans Gerhard Creutzfeldt benannten Krankheit, bei der die Erreger das Gehirn zerstören, das sich dann schwammartig auflöst. Da keine Ansteckungsgefahr besteht, müssen nach Angaben des Gesundheitsministeriums nach dem Tod der Münchebergerin auch keine besonderen Vorkehrungen getroffen werden. Anders als im Fall der vor wenigen Tagen neun an Tuberkulose Erkrankten, wo mehr als 350 Kontaktpersonen Blut abgenommen werden musste.

Nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts tritt die Krankheit in den meisten Fällen sporadisch und ohne erkennbare äußere Ursachen auf. Lediglich in etwa 15 Prozent sei sie erblich bedingt. RKI-Experten Michael Beekes zufolge erstreckt sich die klinische Phase der seltenen Krankheit über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten.

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