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22. September 2017 | 08:24 Uhr

Rostock : Lotsen freuen sich auf Kreuzliner

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Anläufe der Schiffsriesen im Simulationszentrum vorbereitet / Nach Panama zum Kanaljubiläum / Weitere Steigerung im ersten Quartal

svz.de von
erstellt am 01.Mai.2014 | 08:18 Uhr

Der Lotsenältermann der heimischen Brüderschaft und Stellvertreter der Bundeslotsenkammer, Christian Subklew, hat eine weite Reise hinter sich. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Bundeslotsenkammer, Hans-Hermann Lückert, sowie den Älterleuten vom Nord-Ostsee-Kanal, Michael Hartmann und Stefan Borowski, war er beim 22. Weltkongress der International Maritime Pilots Association (IMPA) vom 7. bis 11. April in Panama dabei. Die IMPA repräsentiert weltweit mehr als 8000 Lotsen von 63 Gesellschaften aus 54 Ländern. Allein in Deutschland sind mehr als 900 See- und Hafenlotsen tätig. Anno 1970 war die IMPA in Kiel von Vertretern aus Deutschland, Holland, Frankreich und den USA initiiert worden, ein Jahr später wurde sie in Amsterdam offiziell aus der Taufe gehoben. Hauptsitz der Organisation ist London, Präsident ist gegenwärtig der Kanadier Simon Peletier.

Regelmäßig treffen sich die Vertreter der IMPA zum Erfahrungsaustausch, geben Empfehlungen für die internationale maritime Zusammenarbeit. In diesem Jahr war Panama anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Panama-Kanals Gastgeber. Kanäle waren so auch in Panama-City Gegenstand der Beratungen. Neben dem Panama-Kanal, dessen Ausbau offiziell 2015, aber nach Ansicht der dortigen Lotsen wohl erst 2016 fertiggestellt wird, war so unter anderem auch vom Nord-Ostsee-Kanal die Rede, für dessen Ausbau es gerade vom Bund grünes Licht gegeben hatte.

Von der Haftpflicht der Lotsen bis zu Schiffssicherheit und Umweltschutz war die Themenpalette weit gesteckt. Subklew war nach einer Besichtigung der verschiedenen Schleusen der 82 Kilometer langen künstlichen Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik auch vom Ausbau und der Erweiterung des Kanals beeindruckt, der künftig größeren Schiffen die Passage ermöglicht. Konkurrierende Strukturen – das machte die Tagung am Beispiel einiger Länder Südamerikas, aber auch Rumäniens, Portugals und Dänemarks einmal mehr deutlich – tragen nicht gerade zur besseren Schiffssicherheit bei. Mit Blick auf die stark frequentierte Kadet-Rinne haben die Verkehrsminister aus Schleswig-Holstein und MV in einem Brief an ihren dänischen Amtskollegen erst jüngst auf dieses Problem hingewiesen, erklärt der Ältermann. Leichtsinn gibt es aber auch hier, wie der Unfall der „Eems Chrystal“ am 9. April belegt. Hier hieß es ausdrücklich „No Pilots“, bevor das Schiff in Ballast östlich vor Vierow auf Grund lief. Zum Glück hielten sich die Schäden in Grenzen.

Im heimischen Revier konnten die gegenwärtig 32 Berater der Kapitäne insbesondere im Lotsenbezirk Rostock an die gute Bilanz des Vorjahres anknüpfen. Im ersten Quartal stieg hier das Leistungsbarometer zum Vergleichszeitraum des Vorjahres von 971 auf 1042 Lotsungen, somit um sieben Prozent. Insbesondere die florierenden Getreide-Verschiffungen schlagen hier zu Buche. Rückläufig war dagegen das Aufkommen in den Bezirken Wismar und Stralsund. In Wismar machte sich der Ausfall der Salzfahrten ob des warmen Winters bemerkbar. „Wir freuen uns jetzt auf die bevorstehende Kreuzliner-Saison“, erklärt Christian Subklew. Zur Vorbereitung der Saison in Rostock, die am 5. Mai mit dem Anlauf der „Aidabella“ beginnt, gehörte die Ansteuerung der „Royal Princess“, die mit ihrer Länge von 330 Metern hohe navigatorische Anforderungen stellen wird, im Warnemünder Simulationszentrum. Zwei Lotsen werden auf der Brücke dem Kapitän bei den Anläufen beratend zur Seite stehen. Nicht nur diesem Schiffsriesen und den weiteren Neulingen, wie der „Explorer“ am 19. Mai oder der „Legend of the Seas“ (erstmals am 19. Juni), wird in Rostock sicher großes Augenmerk geschenkt. Für die Vorbereitung der Saison in Wismar wurden auch die Anläufe der „Empress“ – sie kommt allein zehnmal – im Simulationszentrum vorempfunden.

Das erste neue Lotsenboot soll im Sommer den heimischen Versetzdienst verstärken. Es wird gegenwärtig in Stettin fertiggestellt. Lotsbetrieb-Geschäftsführer Mario Hey hofft, dass er es zur Hanse Sail vorstellen kann. Im Juli soll es jedenfalls in Stettin auf Probefahrt gehen. Der Neubau ist für den Einsatz von Freest für das Stralsunder Revier bestimmt. Der nächste soll 2015 folgen.

Bis 2018 werden drei neue Boote den heimischen Versetzdienst aufrüsten, mit dem nach erneut gewonnener Ausschreibung für die nächsten zehn Jahre die Taxis zur See gestellt werden.

Die vor 20 Jahre gebauten alten Versetzdienst-Boote erhalten eine Verjüngungkur. Die „Klaashahn“, ausgerüstet mit einem neuen Volvo-Motor, neuer Brückenausrüstung und Befenderung, hat sie bereits hinter sich. Die „Muttland“ wird gerade in Wolgast umgebaut, die weiteren Boote sollen sukzessive folgen.

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