Linux - die Windows-Alternative

Ein Pinguin ist das Maskottchen für das alternative Betriebssystem Linux. Bild: ddp
Ein Pinguin ist das Maskottchen für das alternative Betriebssystem Linux. Bild: ddp

Stabil und kostenlos: Das Open Source-Betriebssystem Linux hat viele Vorteile gegenüber dem Platzhirschen Windows. Auch der Wechsel vom Microsoft-Flagschiff zum Pinguin ist dank neuer Distributionen einfacher. Doch noch immer gibt es einige Stolperfallen.

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25. Mai 2009, 05:14 Uhr

Berlin (ddp) - In Rechenzentren und Hardware-Komponenten wie etwa DSL-Routern ist Unix wegen seiner Stabilität schon lange Standard. Bei Desktop-Rechnern und Notebooks ist das Betriebssystem Linux aber noch selten anzutreffen. «Der Marktanteil liegt da bei maximal zwei Prozent», sagt Thorsten Eggeling von der Fachzeitschrift «PC Welt». Dabei tue sich ein Anwender bei der Installation des Pinguins, wie das System in seiner Fangemeinde genannt wird, nicht wesentlich schwerer, «wenn er sich etwas informiert».

Gerade die neuen Linux-Distributionen wie Suse-Linux, Ubuntu und Knoppix versprechen auch dem Nichtprofi unter den Anwendern eine problemlose Installation. Für Standardanwendungen wie Bürosoftware, Internet und Mails seien die Systeme gut geeignet, sagt Eggeling. «Es läuft prinzipiell fast alles und es sollte mit Standard-Hardware selbst mit 3D-Grafikkarten keine Probleme geben.» Diffizil dagegen wird es nach seinen Erfahrungen, wenn Treiber etwa für eine TV-Karte benötigt werden. In der Regel fänden die sich nämlich nicht auf den CDs der Hersteller, sondern müssten im Internet gesucht werden. Grund: Für die noch relativ kleine Linux-Gemeinde eigene Treiber zu entwickeln, ist vielen Anbietern schlicht zu teuer. «Vielfach haben das Programmierer, die selbst Linux-Anhänger sind, dann in ihrer Freizeit gemacht», sagt der Experte.

Auf Treibersuche

Eggeling empfiehlt Computernutzern, die einen Umstieg auf Linux erwägen, sich vorher über Suchmaschinen zu informieren, welche Geräte kompatibel sind. Bei bekannten Herstellern habe man hier oft größere Chancen als bei unbekannten Exoten. Eine entsprechende Liste gibt es übrigens unter linuxhardware.org im Internet. Zahlreiche Foren für die einzelnen Distributionen wie Ubuntu oder Suse bieten Einsteigern wichtige Hilfen.

Als Belohnung bekommt der Nutzer ein stabiles System und Tausende Programme aus allen Anwendungsbereichen kostenlos, die sich über die Paketverwaltung schnell auf die eigene Festplatte bannen lassen. Bekannte Klassiker auch in der Nicht-Linux-Welt sind hier etwa Firefox, Thunderbird, OpenOffice oder auch die Bildbearbeitung Gimp und das Internet-Chat- und Konferenzprogramm Skype. Speziell wenn es um Videos und Multimedia-Inhalte geht, ist hier etwas Feintuning erforderlich, um alle nötigen Treiber zu haben. Eggeling erinnert in diesem Zusammenhang an Windows, wo ebenfalls zahlreiche Programme wie etwa Flash-Player oder spezielle Multimedia-Software zusätzlich installiert werden müssten. «Bei einem nackten Windows lässt sich zum Beispiel aus urheberrechtlichen Gründen keine DVD abspielen», sagt er.

Ubuntu empfehlenswert für Anfänger

Wer sich nicht ganz von Windows verabschieden will oder kann, weil er auf einige spezielle Programme angewiesen ist, findet gute Emulatoren. Alternativ kann man sich das zweite Betriebssystem entweder parallel auf der Festplatte oder als virtuelle Maschine einrichten. Zur Übergabe von Daten an das normale Linux-System lassen sich bei Letzterem auch gemeinsame Ordner definieren.

In dem dichten Dschungel von Linux-Distributionen hat Eggeling zwei Favoriten. Speziell für Einsteiger empfiehlt er Ubuntu, «weil es die beste Unterstützung für Multimedia und proprietäre Treiber bietet», für Fortgeschrittene Suse-Linux wegen der deutlich größeren Konfigurationsmöglichkeiten.

Obwohl die Linux-Pakete immer besser und anwendungsfreundlicher werden, sieht Eggeling im Pinguin keine Gefahr für Windows. «Kaum jemand kauft sich ein Betriebssystem und die meisten fertigen PCs haben eben Windows», sagt er. Zudem setze Linux einen gewissen Enthusiasmus voraus, «von daher sehe ich die Chancen für eine Massenverbreitung eher schlecht»

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