Lifting für historischen Wall

 Uta Jahnke vom Amt für Denkmalpflege, Planer Hannes Rother, Grünamtsleiter Dr. Stefan Neubauer und   Bauamtsleiterin  Ines Gründel zeigen, wie die Fischerbastion nach  der Verjüngungskur aussehen soll.Foto: Georg Scharnweber
Uta Jahnke vom Amt für Denkmalpflege, Planer Hannes Rother, Grünamtsleiter Dr. Stefan Neubauer und Bauamtsleiterin Ines Gründel zeigen, wie die Fischerbastion nach der Verjüngungskur aussehen soll.Foto: Georg Scharnweber

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12. November 2009, 09:54 Uhr

Rostock | Über Jahrhunderte prägte die Stadtmauer das Leben in Rostock. Heute sind die Kanonen auf der Fischerbastion hinter hohem Gestrüpp kaum noch zu sehen, die Wallanlage und ihre Funktion geraten in Vergessenheit. Das soll sich nach einer umfassenden Verjüngungskur ändern.

Die Fischerbastion ist Teil des grünen Rings, der sich auf einer Länge von etwa 2,2 Kilometern Länge durch Rostock zieht. "Es ist die älteste geschlossene Grünanlage der Stadt", so Grünamtsleiter Dr. Stefan Neubauer. Das Besondere sei die Lage direkt in der Innenstadt und die enge Verflechtung mit der Stadtgeschichte. Viele Stationen haben in der Vergangenheit bereits einen neuen Schliff erhalten. Jetzt ist der Weg bis hin zur Fischerbastion an der Reihe, danach die Verteidigungsplattform selbst. Die Einweihung ist für den Sommer 2010 geplant.

In der kommenden Woche rücken Bauarbeiter mit schwerem Gerät an. Das Unterholz und Jungbäume werden gerodet. "Der Charakter der Anlage soll aber auch weiterhin grün bleiben", sagt Hannes Rother vom Planungsbüro Dr. Wagner. Nach historischem Vorbild werde umgestaltet - und wilder Bewuchs sei nicht charakteristisch für Befestigungsanlagen. "Die Angreifer mussten schließlich gesehen werden."

Entlang der Trasse der ehemaligen Hafenbahn entsteht ein Fußweg, der über eine neue Treppe bis zur Straße Beim Grünen Tor führt. Auch in Richtung Theater im Stadthafen können Fußgänger bald auf einem neuen Weg promenieren. Junge Linden ergänzen die Baumreihe auf der Wallkrone und auch entlang der Straße Am Kanonsberg soll eine grüne Grenze entstehen. Die Fischerbastion selbst verändert ebenfalls in den kommenden Monaten ihr Gesicht. Die zurzeit runde Plattform erhält ihre ursprüngliche fünfeckige Form zurück. Dicke Eichenbalken zum Sitzen ersetzen die niedrigen Steinmauern.

Eine Maßnahme werden viele Rostocker besonders bemerken: Untersuchungen des Bodens haben gezeigt, dass die Mauer zur Straße Am Strande allmählich wandert und zu kippen droht. Obwohl in den Planungen ursprünglich nicht vorgesehen, muss jetzt eine neue Spundwand installiert werden. 16 Meter in die Tiefe wird dafür gerammt, die Straße zeitweilig für Fahrzeuge gesperrt.

Die überraschende Entdeckung der maroden Mauer ist ein Grund, warum sich das gesamte Projekt verzögert hat. Und warum es teurer wird als gedacht: 1,9 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln sind es. Je ein Drittel zahlen Stadt, Bund und Land.

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