Lichtblick auf dem Arbeitsmarkt

Das könnte ein Superjahr werden auf dem Arbeitsmarkt: Um fast zwölf Prozent wird die Zahl der Arbeitslosen in dem kommenden Monaten sinken, prognostizierte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsbildung (IAB) Nürnberg gestern. Einen solchen starken Rückgang kann nur noch Rheinland-Pfalz erwarten, ermittelten die Forscher.

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27. Februar 2008, 05:44 Uhr

Schwerin- Zehntausende Jobsuchende in MV können hoffen: Trotz ersten Konjunkturwolken blieben die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt in diesem Jahr allerdings weiter„recht günstig“, stellte der bundesweite Chefforscher auf dem Arbeitsmarkt und IAB-Direktor Joachim Möller gestern in Schwerin in Aussicht. „Der Lichtblick ist da.“ Nach der jüngsten IAB-Prognose sind in Mecklenburg-Vorpommern zu den bestehenden 511 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten 2,5 Prozent zusätzliche Stellen zu erwarten – Jobs für fast 13 000 Frauen und Männer. Damit fällt die Prognose deutlich höher aus, wie die der Unternehmensverbände, die für 2008 zwischen 7500 und 10 000 neuen Jobs rechnen.

Dennoch wird sich der Studie zufolge die Beschäftigung in MV mindestens doppelt so hoch entwickeln wie in allen anderen Bundesländern. Nur Berlin kann mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent auf eine ähnliche Entwicklung hoffen, während der bundesweite Schnitt den Voraussagen zufolge bei einem Prozent liegen wird. „Mecklenburg-Vorpommern hat die Nase vorn“, meinte Möller. Zwar gebe es noch eine Reihe von Unsicherheit, wie beispielsweise die bisher kaum abschätzbaren Auswirkungen der US-Finanzkrise. „Doch die Grundstimmung ist positiv“, meinte auch Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD). Weiteres Wachstum werde unter anderem in der metallverarbeitenden Industrie in Rostock, der Holzbranche in Wismar und in der Ernährungswirtschaft Westmecklenburgs erwartet.

Die Prognose sorgte gestern beim Spitzentreffen der Arbeitsmarktexperten Mecklenburg-Vorpommerns für Überraschung. Waren 2007 im Durchschnitt 145 989 Frauen und Männer ohne Arbeit, erwarten die Wissenschaftler für 2008, dass voraussichtlich weitere 17 000 Menschen den Arbeitsagenturen den Rücken kehren können. Die Entwicklung gehe „in Richtung Normalisierung“ auf dem Arbeitsmarkt, meinte Möller.

Ringstorff fordert anständige Löhne

Der Trend hat sich offenbar bereits im Februar, dem Monat mit dem normalerweise höchsten Arbeitslosenstand des Jahres, bestätigt. Zwar wird heute erst die offizielle Arbeitsmarktstatistik vorgestellt. So viel aber bereits vorab: Höhepunkt der Winterarbeitslosigkeit dürfte überschritten sein, erklärte Jürgen Goecke, Chef der Regionalagentur für Arbeit.

Zwar bleibe trotz der guten Aussichten das Niveau der Arbeitslosigkeit nach wie vor zu hoch, meinte Ringstorff. Im vergangenen Jahr seien aber bereits erstmals mehr neue Jobs in bestehenden Unternehmen als in neu errichteten. Das Wachstum komme zunehmend aus dem Land heraus. Künftig solle mit einer noch gezielter auf innovative Bereiche ausgerichteten Wirtschaftsförderung die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden. Das wirksamste Mittel gegen Arbeitslosigkeit seien und blieben zukunftsträchtige, wissensbasierte Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt, erklärte der Regierungschef und forderte von den Firmenchefs: „Den Firmen gehört die Zukunft, die qualifiziert aus- und weiterbilden, anständige Ausbildungsvergütungen und Löhne zahlen, familienfreundliche Bedingungen schaffen und ein gutes Betriebsklima pflegen.“

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