zur Navigation springen
Neue Artikel

22. August 2017 | 16:59 Uhr

Letzte Chance

vom

Ein Jahr vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine droht den Gastgeberländern ein Desaster. Der Stadionbau verzögert sich zum Teil dramatisch, ähnlich sieht es bei der Infrastruktur aus. In Polen werden geplante Autobahnen nicht fertig, in der Ukraine fehlt es an Hotels. In beiden Ländern rüsten die Hooligans auf. Einheimische Medien schämen sich bereits jetzt für die bevorstehende „nationale Schande“.

Es lassen sich auch schnell die Schuldigen benennen, die für das Desaster verantwortlich sind. Allen voran sind dies die Funktionäre in den nationalen Fußball-Verbänden der Ukraine und Polens, in denen seit Jahren Missmanagement und Dilettantismus herrschen. Die Uefa hat davor die Augen verschlossen. Und die Regierungen beider Länder haben dem Treiben allzu lange tatenlos zugeschaut. Das ist vor allem für das EU-Land Polen peinlich, dessen Premier Donald Tusk wegen der Hooligan-Gewalt kürzlich allen Ernstes mit einer Absage des Turniers drohte.

Die Lage ist trostlos. Dennoch ist es zu früh, den Stab über den Ausrichtern zu brechen. Auch vor vergangenen sportlichen Großereignissen malten die Auguren regelmäßig Schreckensbilder an die Wand. Passiert ist am Ende meist nichts. Selbst vor der vorbildlich organisierten Fußball-WM 2006 in Deutschland gab es Warnungen vor Hooligan-Gewalt. Es folgte ein Sommermärchen.

Insofern sollte man mit Blick auf die Euro 2012 die Kirche vorerst im Dorf lassen und den Veranstalter-Neulingen eine letzte Chance geben. Die Stadien werden schon irgendwie fertig werden und können sich architektonisch sehen lassen. Und Städte wie Danzig, Breslau, Lemberg und Kiew haben auch abseits des Sports Flair zu bieten. Man muss sich nur mit etwas Abenteuerlust darauf einlassen. Und dafür sind die meisten Fußball-Fans ja durchaus zu haben.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2011 | 05:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen