Letzte Chance für die Jugend

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04. Februar 2008, 07:10 Uhr

Witzin - Um sie von der Straße zu holen, hatte die Gemeinde Witzin Jugendlichen des Dorfes im letzten Jahr eine Garage als Treffpunkt zur Verfügung gestellt. Doch darin sieht es inzwischen wüst aus. Enttäuscht wollen die Gemeindevertreter den Jugendlichen nun eine letzte Chance geben. Nutzen sie diese nicht, wird die Garage geschlossen.

„Wie es in der Garage aussieht, ist kein Zustand“, schüttelt Bürgermeister Bruno Urbschat den Kopf. Und alle anderen Gemeindevertreter sehen es genauso. „Wir müssen das schließen“, meint Hubert Kowalke. „Das muss ein Ende dort haben“, findet auch Gerhard Kröplin und alle in der Runde nicken.

„Da wird gekifft und Alkohol getrunken“
„Da wird gekifft, Wasserpfeife geraucht und getrunken“, haben einige beobachtet. Da liegen leere Flaschen umher, das alte Sofa darin mag man gar nicht anfassen – und keiner der Jugendlichen, die sich dort treffen, fühlt sich verantwortlich fürs Aufräumen. „Das geht so einfach nicht mehr weiter!“, so die einhellige Meinung aller im Gemeinderat.

„Aber jetzt im Winter sollten wir es der Jugend doch noch lassen“, macht Bürgermeister Urbschat einen Schritt zurück. „Eines haben wir mit der Garage auf jeden Fall erreicht: Es sitzen keine Jugendlichen mehr im Bus-wartehäuschen. Und wohin soll denn die Jugend jetzt in der kalten Jahreszeit?“, spricht der Bürgermeister die Frage aus, auf die keiner eine Antwort hat.
In den Jugendkeller der Kirchgemeinde, wo es eine ständige Aufsichtskraft gibt, für die die Gemeinde gerade 3000 Euro zur Verfügung stellte, wird es die Älteren wohl kaum ziehen, da sind sich alle ziemlich sicher.

„Raus mit dem Müll und neu einrichten“
Also wollen die Witziner Gemeindevertreter der Jugend, die sich in der Garage trifft, noch mal eine Chance geben: „Am 26. Februar ist Sperrmüllabfuhr in Witzin. Da kann die Jugend gleich den Müll aus der Garage rausschmeißen“, schlägt Walter Kröplin vor. „Und dann können sie sich Stühle aus der alten Schule nehmen“, so die Idee von Willfried Thomä.

„Wir sagen den Jugendlichen: Wir geben euch eine letzte Chance. Und wenn das nicht funktioniert, machen wir den Laden dicht!“, fasst er das Ergebnis der vorangegangenen Diskussion zusammen. Dem stimmten alle Gemeindevertreter zu und so soll es nun der Jugend mitge-teilt werden.

Doch war das Problem den Witzinern Anlass, erneut über das Problem Jugendarbeit nachzudenken, das in der Gemeinde schon lange schwelt und das zu aktuellen Anlässen immer mal wieder auf der Tagesordnung stand. Wieder einmal wurde unter den Witzinern nun die Forderung laut: „Wir brauchen einen Streetworker!“

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