"Lennart" wirbelt Dach durch die Luft

<fettakgl>Der Schaden  beläuft</fettakgl> sich in Goddin auf 60 000 bis 70 000 Euro.
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Der Schaden beläuft sich in Goddin auf 60 000 bis 70 000 Euro.

svz.de von
31. Januar 2013, 06:25 Uhr

Goddin | Umgekippte Laster, entwurzelte Bäume, beschädigte Gebäude - mit zum Teil Orkanstärke ist Sturmtief "Lennart" über MV hinweg gefegt. Besonders starke Schäden richtete der Sturm in dem Dorf Goddin bei Gadebusch an. Vermutlich gegen 2 Uhr in der Früh wurde dort gestern das nahezu fertige neue Stall-Dach einer ehemaligen Gutsanlage zerstört. "Ich habe schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht", sagte Andreas Zerbe.

Der Unternehmer baut das Gebäude seit Monaten Stück für Stück zu einer Lagerhalle für seine Firma um. "Der Dachstuhl war bereits gerichtet worden, die Unterspannbahn war drauf und es war komplett eingelattet. Selbst die Dachrinnen waren bereits befestigt worden. Nun fehlten nur noch die schon bestellten Bleche", verdeutlicht Zerbe. Den Sturmschaden beziffert er auf 60 000 bis 70 000 Euro.

Gigantische Kräfte mussten in Goddin gewirkt haben, um das 485 Quadratmeter großes Dach meterweit durch die Luft wirbeln zu lassen. Als es am Boden aufschlug, beschädigte es einen Mini-Bagger. Dachstuhl-Balken knickten wie Streichhölzer um. Ein meterhohes Baugerüst wurde zu Boden geschleudert. Verletzt wurde niemand.

Den Sturmschaden bemerkte Zerbe gestern früh. "Als ich am morgen rausging und das alles sah, wusste ich, was in der Nacht passiert war", so der Goddiner. Für ihn ist es der zweite Rückschlag innerhalb von vier Jahren. So mussten er und seine Familie im Januar 2009 hilflos vom Gartenzaun aus mitansehen, wie ein Brand ihr Heim nach und nach zerstörte. Nicht die Flammen, sondern ein nicht zu lokalisierender Schwelbrand unter der Dachfläche machte den 60 Feuerwehrleuten damals zu schaffen. Ein technischer Defekt war die Ursache.

Zerbe steckte nicht auf, baute das Zuhause wieder auf und stellte später der Goddiner Feuerwehr 2900 Euro zur Verfügung. Dadurch konnten die Brandschützer ihren aus DDR-Zeiten stammenden Robur ausrangieren und Platz schaffen für einen gebrauchten Magirus Deutz mit verbesserter Ausstattung. Die Gemeinde zahlte für den Wagen insgesamt rund 5000 Euro.

Auch jetzt macht Zerbe weiter. Noch gestern begann der Bauunternehmer mit Hilfe von Goddinern die ersten Schäden zu beseitigen.

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